Schönste Wanderrouten

Ein Ort der Stille und der schönen Ausblicke

Vorarlberg
10.04.2026 11:45

Auf einem hohen Felsen oberhalb von Schruns steht das Kloster Gauenstein. Rund 180 Jahre lang wirkte dort der Franziskanerorden, bis es 2022 an die Schwestern der Heiligen Klara überging. Eine schöne Runde führt durch den Gaueserwald über Montjola bis nach Schruns.

Oberhalb von Schruns im Montafon, auf einem bewaldeten Felsrücken im Gaueserwald, liegt das Kloster Gauenstein. Auf der Anhöhe stand in früheren Zeiten bereits eine Einsiedelei, die aber unter Kaiser Josef II. gewaltsam aufgehoben wurde. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kehrte mit dem Orden der Kapuziner wieder geistliches Leben an den Ort zurück. Die Kapuziner, ein Reformzweig des Franziskanerordens, stehen für ein einfaches, bescheidenes Leben, das sich an den Idealen des heiligen Franz von Assisi orientiert. Gleich zu Anfang griffen die Patres zu Spaten, Pickel und Schaufel und bauten eine einspurige Straße. Bis zum Jahr 1840 führte nämlich nur ein wenig begangener Weg auf den Kalvarienberg, wie die steile Anhöhe über Schruns einst genannt wurde.

Tipps und Infos

Typ: gemütliche Rundwanderung
Startpunkt: Gantschier oder Bushaltestelle Schruns Sozialzentrum (Linie 640, 641 oder 650W)
Dauer: eineinhalb bis zwei Stunden
Ausrüstung: festes Schuhwerk mit guter Profilsohle, dem Wetter angepasste Kleidung
Öffnungszeiten Garten Kloster Gauenstein: Dienstag bis Sonntag von 9 bis 12 und 14 bis 19 Uhr, (Änderungen möglich) während des Aufenthalts im Klostergarten wird um Ruhe gebeten, Hunde sind an die Leine zu nehmen
Einkehrmöglichkeiten: Imbissstand in Gantschier/Kaltenbrunnen, weitere Möglichkeiten in Schruns

Das Kloster war kein abgeschlossener Ort, sondern stand immer auch in Beziehung zur Bevölkerung im Montafon. Gottesdienste, Beichtgespräche und seelsorgerische Begleitung gehörten ebenso zum Alltag wie das stille Gebet und das gemeinschaftliche Leben im Konvent. Mit der Zeit veränderten sich jedoch die Rahmenbedingungen. Wie vielerorts ging auch bei den Franziskanern die Zahl der Ordensmitglieder zurück. Bis 2021 lebte ein Kapuziner – die Bezeichnung geht auf die markante, spitze Kapuze des Habits (Ordenskleid) zurück – dauerhaft im Kloster. Nach dessen Verabschiedung endete nach beinahe 180 Jahren die Präsenz des Kapuzinerordens in Gauenstein. Die Anlage ging, nach einem Stiftungsbrief von 1843, an die Frühmesspfründe von Schruns zurück und wurde 2022 von den Schwestern der Heiligen Klara übernommen.

Das Kloster Gauenstein steht auf einem hohen Felsen in der Marktgemeinde Schruns.
Das Kloster Gauenstein steht auf einem hohen Felsen in der Marktgemeinde Schruns.(Bild: Rubina Bergauer)
Landschrofen Känzili.
Landschrofen Känzili.(Bild: Rubina Bergauer)

Der umliegende Gaueserwald eignet sich sehr gut für einen ausgedehnten Spaziergang beziehungsweise eine gemütliche Rundwanderung, die man entweder von Schruns oder in Gantschier starten kann. Für letztere Variante wandert man vom kleinen Bahnhof zunächst in Richtung Siedlung Kaltenbrunnen, quert die Montafonerstraße und steigt danach – den Markierungen folgend – in den Gaueserwald auf. Nach circa einer halben Stunde erreicht man den Aussichtspunkt Landschrofen-Känzili. Hier befinden sich eine Holzliege und mehrere Bänke, die sich für eine kurze Rast anbieten, bei der man den Ausblick auf die Landschaft genießen kann. Danach folgt man dem Waldweg weiter bis man das Kloster erreicht.

Immergrün

Das Immergrün, botanisch als Vinca bezeichnet ist eine Pflanzengattung in der Familie der Hundsgiftgewächse. Besonders bekannt sind das Kleine Immergrün (Vinca minor) und das Große Immergrün (Vinca major). Ursprünglich stammt die Pflanze aus Südeuropa, hat sich jedoch längst in weiten Teilen Mitteleuropas eingebürgert. Typisch für das Immergrün sind seine immergrünen, glänzenden Blätter, die auch im Winter ihre Farbe behalten. Dadurch hebt es sich von vielen anderen krautigen Pflanzen ab und wird gerne als robuster Bodendecker verwendet. Die Pflanze wächst kriechend und bildet dichte Teppiche, die den Boden vor Austrocknung schützen und Unkraut unterdrücken. Im Frühjahr erscheinen die auffälligen, meist blau-violetten Blüten. Das Immergrün bevorzugt halbschattige bis schattige Standorte und kommt mit unterschiedlichen Bodenverhältnissen gut zurecht. Besonders wohl fühlt es sich in lockeren, humusreichen Böden, gedeiht aber auch unter schwierigeren Bedingungen, etwa unter Bäumen oder an schattigen Hängen. In der Volksmedizin spielte das Immergrün früher eine gewisse Rolle. Heute wird jedoch aufgrund der enthaltenen Alkaloide von einer eigenständigen Anwendung abgeraten, da diese Stoffe in höherer Dosierung giftig sein können. In der modernen Medizin finden einzelne Wirkstoffe aus der Pflanze in kontrollierter Form weiterhin Verwendung. Auch kulturell hat das Immergrün Bedeutung. Aufgrund seiner immergrünen Blätter galt es lange als Symbol für Unsterblichkeit und Treue.

Das Immergrün spielte früher eine größere Rolle in der Medizin.
Das Immergrün spielte früher eine größere Rolle in der Medizin.(Bild: Rubina Bergauer)

Der Garten der Anlage ist für Besucher meist frei zugänglich (Öffnungszeiten) und eine wahre Ruheoase mit einem schönen Ausblick auf Schruns. Es ist ein Ort, um in sich zu gehen oder einfach die Stille und die Natur auf sich wirken zu lassen. Nach diesem kleinen Abstecher steigt man gleich hinter dem Kloster über den recht steilen Weg Richtung Montjola (Broxweg) auf. Dabei hat man einen Panoramablick auf Schruns-Tschagguns, das Skigebiet Hochjoch sowie die Berggipfel der Zimba und der Drei Türme. Dem markierten Pfad folgt man schließlich hinab in den Ort. Wer die Runde in Schruns starten möchte, startet am besten bei der Bushaltestelle des Sozialzentrums, überquert die Straße und steigt hinter dem Hotel Vitalquelle zum Kloster auf (Weg ist ausgeschildert).

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