Kämpfe im Libanon

Getötete Blauhelme: Erste Erkenntnisse präsentiert

Ausland
07.04.2026 21:57
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach dem Tod von drei UNO-Blauhelmsoldaten im Südlibanon hat die UN-Friedensmission UNIFIL erste konkrete Hinweise auf mögliche Verantwortliche vorgelegt.

Nach vorläufigen Erkenntnissen sei ein Angriff Ende März durch einen Panzer der israelischen Armee erfolgt, ein zweiter am Folgetag durch eine von der Hisbollah gelegte Sprengfalle, teilte ein UN-Sprecher am Dienstag in New York mit. Demnach sei das Projektil, das am 29. März einen UN-Posten traf, „eine 120-Millimeter-Panzermunition“, abgefeuert von einem Merkava-Panzer der israelischen Streitkräfte. Die Vereinten Nationen hätten Israel zuvor mehrfach die Koordinaten aller UN-Positionen übermittelt, um Zwischenfälle zu vermeiden.

Mitglieder der UNIFIL-Mission geraten im Libanon immer wieder zwischen die Fronten.
Mitglieder der UNIFIL-Mission geraten im Libanon immer wieder zwischen die Fronten.(Bild: AFP/KAWNAT HAJU)

Der zweite Vorfall am 30. März sei hingegen höchstwahrscheinlich durch einen durch Draht ausgelösten Sprengsatz verursacht worden, der „aller Wahrscheinlichkeit nach“ von der libanesischen Hisbollah gelegt worden sei.

Angriffe könnten Kriegsverbrechen darstellen
In beiden Fällen sollen offizielle Untersuchungsgremien eingesetzt werden. Die beteiligten Parteien seien aufgefordert, die Vorfälle strafrechtlich zu verfolgen und die Sicherheit von UNO-Personal zu gewährleisten, so der UN-Sprecher. Angriffe auf Friedenssoldaten könnten nach internationalem Recht Kriegsverbrechen darstellen. Die Vereinten Nationen haben seit 1978 Blauhelmsoldaten in der Grenzregion stationiert. Aktuell sind daran rund 7500 Soldatinnen und Soldaten aus fast 50 Ländern – darunter auch Österreich – beteiligt.

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