Israels Armee hat laut eigenen Angaben mehr als 40 Hisbollah-Mitglieder im Libanon getötet. Aus libanesischen Kreisen hieß es zudem, dass das Militär im Südlibanon weiter vordringe. Dutzende Stellungen wie etwa Waffenlager seien dort angegriffen worden.
Zuvor hatte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz die Zerstörung aller Häuser in grenznahen Dörfern angekündigt. Viele Ortschaften im Süden des Libanons gelten als Hochburgen der Hisbollah-Miliz. Die israelische Führung wirft ihr vor, von dort aus immer wieder zivile Wohngebiete im Norden Israels zu beschießen. Die Hisbollah wird von der iranischen Führung unterstützt und hat am Donnerstag wieder Geschosse auf Nordisrael abgefeuert. Dort gab es mehrfach Raketenalarm in der Früh und am Vormittag.
Seit Sonntag sind nun drei indonesische UNO-Friedenssoldaten bei Explosionen im Südlibanon getötet worden. Die Vereinten Nationen nahmen Ermittlungen auf, um die Hintergründe herauszufinden. Israels Führung teilte ebenfalls mit, eine Untersuchung eingeleitet zu haben.
Abzug der UNO erst Ende des Jahres
Trotz der jüngsten Todesfälle halten die europäischen UNIFIL-Truppensteller vorerst an der Mission fest. Der Abzug solle Ende des Jahres 2026 geordnet stattfinden, sagte Österreichs Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP). An der Mission sind auch etwa 170 Soldatinnen und Soldaten des Bundesheers beteiligt. Sollte sich die Lage verändern, seien gemeinsame Entscheidungen nötig, sagte Tanner weiter. Ihr Ministerium sei durchgehend mit dem Bundesheer im Libanon in Kontakt. Am Donnerstag waren die Soldatinnen und Soldaten mehrmals im Schutzraum.
Es sei ihnen zumindest „eingeschränkt“ möglich, ihr Mandat zu erfüllen. So sorgen sie laut Tanner etwa für die Versorgung mit Trinkwasser, holen Dosenbrot aus Beirut ab oder unterstützen bei Truppenrotationen. „Es ist eine eingeschränkte Auftragserfüllung, die da im Einsatzraum aufgrund der Sicherheitslage stattfindet“, sagte die Ministerin.
Die Einigkeit in dieser Situation ist bei so einer Mission das Allerallerwichtigste.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner
Anfang März in den Krieg hineingezogen
Der Libanon wurde Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen. Damals feuerte die Hisbollah als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Khamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israels Armee zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Streitkräfte über die Grenze. Immer wieder geraten auch Soldatinnen und Soldaten der UNO zwischen die Fronten.
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