Brand-Szenario
Evakuierungen aus Flugzeugen dauern zu lange
Die Dauer von Evakuierungen aus Flugzeugen steigt mit dem Alter der Passagierinnen und Passagiere. Das hat eine internationale Studie jetzt gezeigt. Demnach sind die international vorgegebenen Evakuierungszeiten kaum einzuhalten.
Gemäß der US-Luftfahrtbehörde FAA muss ein Flugzeug im Notfall innerhalb von 90 Sekunden vollständig geräumt sein. Daran orientiert sich auch die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA). Die Studie, die in der Fachzeitschrift „AIP Advances“ veröffentlicht wurde, zeigt jedoch, dass dieses Ziel unter realistischen Bedingungen mit Pensionistinnen und Pensionisten an Bord in keinem von 27 simulierten Szenarien erreicht wurde. Selbst im günstigsten Fall benötigten die Menschen 141 Sekunden, um ein Flugzeug zu verlassen, und den Boden zu erreichen.
Das Team rund um Chenyang Zhang von der kanadischen Universität Calgary hatte die Räumung eines Airbus A320 untersucht und damit einen der Flugzeugtypen, die weltweit am häufigsten eingesetzt werden. Als Grundlage diente ein Szenario mit einem Brand beider Triebwerke. In einem solchen Fall sind die Notausstiege direkt über den Tragflächen unpassierbar, sodass lediglich die vier Ausgänge im vorderen und hinteren Bereich der Kabine zur Verfügung stehen.
Das menschliche Bewegungsverhalten wurde mit computergestützten Modellen und einer branchenüblichen Simulationssoftware abgebildet. Dabei stellten die Forscherinnen und Forscher fest, dass sowohl die Zahl der älteren Menschen als auch deren genaue Sitzverteilung die Rettungsdauer beeinflussten. Zurückgeführt wird das auf die geringere Gehgeschwindigkeit. Eine nachlassende Feinmotorik könne zudem das Verlassen der Sitze erschweren, hieß es.
Das empfiehlt das Team Airlines
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler räumten ein, dass auch Kinder, Kleinkinder sowie Schwangere die Evakuierungszeit verlängern könnten. Das wollen sie künftig ebenfalls untersuchen.
Den Airlines empfehlen sie, die ältesten und jüngsten Passagierinnen und Passagiere gezielt in der Nähe der Ausgänge zu platzieren oder breitere Gänge und optimierte Haltemöglichkeiten zu schaffen. Spezielle Sicherheitseinweisungen könnten helfen, die Reaktionszeit im Ernstfall zu verkürzen.









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