Nach 7 Stunden Sperre
400 Fahrgäste gestrandet: Menschenmassen sahen rot
Da die Nordbahn Richtung Znaim umfassend saniert wird und eingleisige Baustellenabschnitte den Fahrplan aus dem Takt bringen, sind die Weinviertler entlang der March (Niederösterreich) schon „abgehärtet“. Was am Dienstag passierte, brachte aber selbst Pendler mit starken Nerven aus der Spur.
Durch die momentanen Wartungsarbeiten kommt es an der Nordbahn zu eingleisigen Nadelöhren, die oft Verspätungen auslösen – via Internetforum werden „Verkehrswarnungen“ ausgetauscht. Am Dienstag passierte jedoch ein „Super-GAU“: sieben Stunden Totalsperre aufgrund eines Oberleitungsschadens! Zur Stoßzeit strandeten mehr und mehr Menschen, der Bahnhof Angern stieß bei 400 Leuten an die Kapazitätsgrenze: Am Bahnsteig wurde es immer enger – ein Großteil musste vor dem Bahnhof warten. Dort völlig planlos, da Durchsagen nicht zu hören waren.
Endlich Ersatzbusse – zwei an der Zahl für hunderte Wartende
Die ÖBB konnten anfangs aber nur zwei Busse für die schon unzähligen gestrandeten Menschen auftreiben. Dann weitete sich das Chaos aus: Die Polizei riegelte den Bereich ab, denn viele riefen dann Privatautos und Taxis herbei, die auch auf den Zufahrtsstraßen wegen der Menschenmassen Zwangspausen einlegen mussten.
Busse für den Fernverkehr der Fahr- (bzw. Stand-)Gäste kamen ganz zuletzt
Nach sieben Stunden, gegen 20 Uhr, harrten immer noch Dutzende Menschen aus. Sie warteten auf jene Schienenersatzbusse, die auch bis nach Wien oder ins tschechische Breclav weiterfuhren. Ein „Krone“-Leser wütend: „Und zeitgleich ließen sich ÖBB-Bosse in neuen Garnituren für ihren Semmeringtunnel abfeiern ... “
Bahnliebhaber, bis Baustelle kam: „Krone“-Leser hat Meinung geändert
Der Pendler ist laut eigenen Angaben ein begeisterter Bahnfahrer, was sich aber seit Beginn der Baustelle an seiner Strecke ins Negative gekehrt hat. „Nagelneue REX Züge fahren Richtung Wiener Neustadt – wir kommen dann im Herbst dran. Zumindest, wenn keine Verspätung eintritt“, formuliert er sarkastisch.
Region bleibt in zweifacher Hinsicht im Wortsinn auf der Strecke
„Eine gute Straßenverbindung gibts natürlich ebenfalls nicht“, spielt er auf die ebenfalls verspäteten Bauplan für die Schnellstraße S8 an und ergänzt: „Dafür sorgt ja wieder eine andere politisch gefärbte Gruppe.“
Durch den traurigen „Streckenrekord“ am Dienstag bei gleichzeitiger Freude über eine verkürzte Fahrzeit nach Graz kommen bei vielen Anwohner entlang der March-Staatsgrenze an die Zeit des Eisernen Vorhangs auf: „Statt prestigeträchtige Maßnahmen der Südbahn auszuposaunen, vergisst man auf die Gegenrichtung – koste es, was es wolle. Die ÖBB werden damit oder sind bereits ein großes Wirtschafts-Risiko sowohl für die Arbeitnehmer als auch für die ebenfalls betroffenen Firmen.“
Darüber sollte sehr wohl nachgedacht werden.
Auf der Strecke (im wahrsten Sinne des Wortes) bleiben die Menschen.









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