„Gut für Entwicklung“

Ministerium testet sechsjährige Volksschulen

Innenpolitik
10.02.2026 16:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Österreich werden derzeit Pilotprojekte geplant, um die Volksschule von vier auf sechs Jahre zu erhöhen. Eine längere Volksschulzeit sei gut für die Entwicklung der Kinder und für die Chancengerechtigkeit, sagte Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS). Die Teilnahme an dem Projekt sei freiwillig.

Zunächst hat sich Wiens Stadtregierung bereit erklärt. Wiederkehr hatte die Verlängerung der Volksschule in seiner Zeit als Wiener Bildungsstadtrat selbst ins Spiel gebracht. Er führte sie als Alternative zur klassischen Gesamtschule bis 14 Jahre an. Diese jahrzehntelange Diskussion habe Österreich nicht vorangebracht, sagte Wiederkehr. Im Ministerium werde nun überlegt, wie eine verlängerte Volksschule pädagogisch aussehen könne, etwa, was in diesen zwei zusätzlichen Jahren gelehrt werde, und ob dort Fachlehrerinnen und Fachlehrer wie in Mittelschulen und AHS hinzugezogen werden sollen.

Eine Frage sei auch, in welchen Schulen und an welchen Standorten Wiens ein solcher Versuch umgesetzt werden könnte. Auch weiterführende Schulen müssten mitmachen, an die die Kinder danach problemlos wechseln könnten, sagte der Bildungsminister. Ob eine weitere Ausrollung sinnvoll sei, sehe man erst nach der „Modellphase“. Das Projekt der sechsjährigen Volksschule ist Teil des Regierungsprogramms, wobei in diesem gemeinsame Schulen für bis zu 14-Jährige festgehalten sind. 

Zustimmung kam am Dienstag von der SPÖ. „Kinder länger in ihrer gewohnten Lernumgebung zu fördern, ist sinnvoll und stärkt Chancengerechtigkeit (...). Die SPÖ setzt seit Jahrzehnten auf das Prinzip, dass Bildung nicht früh auseinanderreißen, sondern Zusammenhalt und Entwicklung fördern sollte“, sagte Bildungssprecher Heinrich Himmer. Insgesamt bräuchte es weniger unterschiedliche Angebote für Zehn- bis 14-Jährige.

Lehrergewerkschaft skeptisch
Die Gewerkschaft der Lehrerinnen und Lehrer zeigte sich skeptisch. Er habe allerdings nie ein Konzept gesehen, wie das pädagogisch und praktisch – etwa beim Schulraum – umgesetzt werden könnte, sagte Paul Kimberger, der die Pflichtschullehrkräfte vertritt. Grundsätzlich müsse der Übergang zwischen den Schulen verbessert werden, beispielsweise durch Potenzialanalysen, die Lehrkräfte einbeziehen, in welche Schulform ein Kind mit zehn Jahren am besten wechseln sollte. Derzeit müssen sich Schülerinnen und Schüler mit zehn Jahren zwischen der Mittelschule und der AHS-Unterstufe entscheiden, wobei das Gymnasium nur jenen offensteht, die in Deutsch und Mathematik keine schlechtere Note als „Gut“ im Zeugnis haben.

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