Kampagne angekündigt

Iran rekrutiert Minderjährige für Militäreinsätze

Ausland
02.04.2026 20:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein Vertreter der Revolutionsgarden IRGC hat vor einer Woche angekündigt, Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren für Militäreinsätze zu rekrutieren. Es handle sich ausdrücklich um Freiwillige, sagte er. Bereits jetzt sind Kinder und Jugendliche an Checkpoints der Revolutionsgarde und auf Patrouillen tätig, teilweise schwer bewaffnet.

So können unter 15-Jährige über die Bassidsch-Milizen des IRGC, eine brutale paramilitärische Freiwilligentruppe, formell eingebunden werden. Nun sollen sie sich laut den Plänen der Revolutionsgarden im Iran an Einsätzen zur „Verteidigung der Heimat“ anschließen. Es gebe „eine sehr große Anzahl an Freiwilligen“ unter der Jugend, sagte der Vertreter der Revolutionsgarden. Sie würden zur „Widerstandsfront gegen den großen Tyrannen“ beitragen wollen. Damit meint die iranische Führung die US-Regierung. Die Minderjährigen sollen etwa sicherheitsrelevante Informationen sammeln und auf Patrouille gehen.

Die Maßnahme hängt mit der Einrichtung zahlreicher Kontrollposten in Teheran zusammmen, auf diese Weise sollen mögliche Proteste gegen die Islamische Republik unterbunden werden. Ende 2025 und Anfang 2026 gab es landesweite Proteste gegen das Regime, die ursprünglich von der hohen Inflation und Wirtschaftskrise ausgelöst worden waren. Schließlich richteten sie sich zunehmend gegen die Führung des Landes. Zehntausende Menschen kamen ums Leben, teilweise durch Hinrichtungen.

Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International kritisieren die geplante Rekrutierung. Der Einsatz von Kindern in bewaffneten Konflikten sei ein „Kriegsverbrechen“, teilte Amnesty International am Donnerstag mit. Die Organisation erinnerte daran, dass der Iran Vertragsstaat der UNO-Kinderrechtskonvention sei.

Personalmangel an Kontrollposten
„Die iranischen Behörden missbrauchen Kinder für militärische Zwecke und bringen sie wissentlich in Lebensgefahr“, sagte Erika Guevara-Rosas, Recherche-Direktorin von Amnesty International. Ein elfjähriger Bub sei beispielsweise bei einem Drohnenangriff an einem Checkpoint in der Hauptstadt Teheran ums Leben gekommen. Die Behörden bestätigten, dass das Kind „im Dienst“ war. Seine Mutter berichtete, dass der Vater wegen Personalmangels an Kontrollposten die Söhne mitgenommen habe.

Zitat Icon

Die iranischen Behörden missbrauchen Kinder für militärische Zwecke und bringen sie wissentlich in Lebensgefahr.

Erika Guevara-Rosas, Amnesty International

Die Menschenrechtsorganisation forderte die iranischen Behörden auf, die Rekrutierung von Minderjährigen unverzüglich zu stoppen und bereits rekrutierte Minderjährige freizulassen. Niemand unter 18 Jahren dürfe im Militärdienst sein.

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