Seit 2019 führt der „Sunnaweg“, eine kulturhistorische Themenwanderung, durch die Gemeinden Nüziders, Bludenz und Braz. Die dritte Etappe führt von der Alpenstadt ins Klostertal.
Der Übergang der Jahreszeiten geht aktuell recht launisch vonstatten: Oft genügt ein einziger Tag und der Frühling wird wieder von winterlichen Verhältnissen abgelöst. Entsprechend heikel ist die Situation im freien Gelände, wo die Lawinengefahr noch immer nicht unterschätzt werden darf. Wer dennoch hinaus in die Natur möchte, findet auf tiefer gelegenen, nicht alpinen Routen eine sichere und dennoch lohnende Alternative.
Typ: Themenweg-Wanderung
Dauer: zweieinhalb bis drei Stunden ( je nach Variante) Startpunkt: Rungelin oder Braz (Golfplatz)
Ausrüstung: bei winterlichen Verhältnissen kann man die Strecke mit Schneeschuhen begehen, ansonsten festes Schuhwerk mit guter Profilsohle (abschnittsweise ist der Weg präpariert), dem Wetter angepasste Kleidung, bei Bedarf Rucksack mit Getränk Einkehrmöglichkeiten in Bludenz oder Spa Hotel Traube in Braz
öffentliche Verkehrsmittel: Buslinie 503 (ab Bahnhof Bludenz -Rungelin) Buslinie 720S ab Traube Braz bis Bludenz
Eine landschaftlich reizvolle und kulturhistorisch interessante Tour führt entlang des Sunnawegs, der von Nüziders über Bludenz bis nach Außerbraz führt. Der Name ist Programm: „Sunna“ steht für Sonne – und tatsächlich verläuft der Weg überwiegend über sonnige Hanglagen, die gerade im Frühjahr und Herbst ihren besonderen Reiz entfalten. Immer wieder öffnen sich eindrucksvolle Ausblicke ins Walgau und ins Klostertal. Die Strecke ist ganzjährig begehbar und lässt sich flexibel in einzelne Etappen unterteilen, was sie sowohl für gemütliche Spaziergänge als auch für ausgedehnte Wanderungen attraktiv macht.
Wertvolle Infos für die Wanderer
Entlang des Weges wird Interessierten mithilfe von Informationstafeln zudem Einblick in die Geschichte und Natur der Region ermöglicht, angefangen von der Römerzeit über geologische Besonderheiten bis hin zu alten Traditionen. Die dritte Etappe des Sunnawegs führt in rund zweieinhalb bis drei Stunden von Bludenz nach Innerbraz, Startpunkt ist im Ortsteil Rungelin beziehungsweise oberhalb davon im Hellwald. Die Strecke verläuft über das sogenannte Gastastiegele und vorbei an der Klangstätte nach Grubs. Dort wird das Grubser Tobel gequert und man folgt dem Wanderweg weiter bis zum Almakreuz. Danach hält man sich an die Ausschilderung in Richtung Reckholder und weiter bis zum Endpunkt der Tour beim Alpen Spa Hotel „Traube Braz“.
Wem die gesamte Strecke zu lang ist, der kann auch vom Parkplatz beim Golfplatz in Braz aufsteigen zum Almakreuz und von dort auf markierten Wanderpfaden nach Innerbraz spazieren. Der Vorteil ist, dass die Wege hier großteils auch bei winterlichen Verhältnissen präpariert und gefahrlos zu begehen sind. Auf der Allmein Höhe angelangt hat man einen schönen Ausblick auf das Klostertal und die umliegende Bergwelt. Taleinwärts dominiert der wuchtige Roggelskopf das Panorama. Bei Tauwetter hört man des Öfteren eine Art Donnergrollen, das aus den tief eingekerbten Tobeln der schroffen Felswände zu kommen scheint – es sind Schneebretter, die sich lösen und tosend talwärts stürzen. Glücklicherweise ist der Sunnaweg weit genug entfernt, somit kann man das Naturereignis aus sicherer Entfernung beobachten.
Der Huflattich gehört zu den ersten Frühlingsboten und fällt schon früh im Jahr durch seine leuchtend gelben Blüten auf, die oft bereits erscheinen, bevor sich die Blätter entwickeln. Diese sind groß, rundlich und auf der Unterseite filzig behaart – ein Merkmal, das auch zu seinem Namen beigetragen hat, da sie an einen Huf erinnern. Besonders spannend ist die Anpassungsfähigkeit des Huflattichs: Er besiedelt bevorzugt karge, offene Standorte wie Wegränder, Böschungen oder Schotterflächen und gilt als sogenannte Pionierpflanze, die selbst auf nährstoffarmen Böden gut gedeiht. Mit seinem weit verzweigten Wurzelsystem kann er sich schnell ausbreiten und ganze Flächen überziehen. Auch aus kulturhistorischer Sicht ist der Huflattich interessant. Seit der Antike wird er in der Volksmedizin geschätzt, vor allem bei Husten und Atemwegserkrankungen – daher auch der botanische Name „Tussilago“, der sich vom lateinischen „tussis“ für Husten ableitet. Ökologisch spielt die Pflanze ebenfalls eine wichtige Rolle: Ihre frühen Blüten bieten eine wertvolle Nahrungsquelle für Insekten wie Bienen und Schmetterlinge zu einer Zeit, in der das Nahrungsangebot noch knapp ist.
Gefährliche und anstrengende Mission
Wer in Braz die nordseitige Bergflanke betrachtet (Pitschiköpfe, Gamsfreiheit), kann erahnen, welche Gefahr einst von den Tobel- und Murabbrüchen ausging. Die Bewohner entwickelten schon früh Strategien, um sich mit den Naturgewalten zu arrangieren. Der sogenannte Jöchergang geht wohl auf das 18. Jahrhundert zurück: in den Abrissgebieten der Wildbäche, die den Ort bedrohten, wurden vier Kreuze aufgestellt. Je zwei Männer aus Außer-und Innerbraz übernahmen die Aufgabe, einmal im Jahr „über die Jöcher zu gehen“ – ein anstrengender Tagesmarsch – und dabei geweihte Kräuter zu verbrennen, Ablasspfennige niederzulegen und zu beten. So wollte man damals Unglück abwehren und Schutz für ein weiteres Jahr garantieren.
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