Afghane (16) angeklagt

Für Zigaretten und einen Euro lange Haft riskiert

Gericht
01.04.2026 15:51

Die Jugendkriminalität steigt immer weiter, das zeigt auch die aktuelle Kriminalstatistik. Im Wiener Landesgericht zeigt sich diese Entwicklung wieder einmal: Für eine mehr als magere Beute von vier Zigaretten und einem Euro sollen zwei Jugendliche ein Klappmesser gezückt haben. 

Ein schwerer Raub zahlt sich natürlich nie aus. Aber bei zwei Jugendlichen greift man sich besonders an den Kopf. Ein 16-Jähriger und ein zweiter Unbekannter erbeuteten am 18. Jänner vor der Wiener Millennium City von drei älteren Burschen vier Zigaretten und einen Euro. Am Ende nahmen sie auch eine Jacke mit. Weil ein Klappmesser im Spiel war, drohen nun bis zu siebeneinhalb Jahre Gefängnis.

„Ich hab' die beschützt“
Im Wiener Landl sitzt ein junger Afghane alleine, den echten Namen und die Telefonnummer von seinem Mittäter kennt er nämlich nicht. „Ich kenn den nur aus dem Jugendzentrum.“ Den Raub schiebt er völlig auf ihn: „Ich hab’ zu ihm gesagt, gib das Messer weg. Ich hab’ die beschützt.“ Gemeint ist die Gruppe von drei Burschen, die der Angeklagte scheinbar schon kannte. Bei einem Eingang in das Einkaufszentrum fing das Duo die Opfer ab. „Er hat zu dem einen gesagt, hast du Tschick“, sagt der 16-Jährige über seinen unbekannten Freund. Dann zückte der das Messer. 

Jacken-Raub lange geplant?
Alleine die Ohrfeige, die er einem der Burschen versetzt hatte, die gerade auf dem Weg ins Kino waren, gibt er zu. „Er hat groß geredet. Er hat mich unnötig beleidigt.“ Ein 19-jähriges Opfer sagt aber was ganz anderes, besonders über die blaue Jacke, die weggenommen wurde: „Er hat vorher schon gesagt, er wird meinen Freund irgendwann abziehen und die Jacke verkaufen.“ Das war laut Zeugen bereits Wochen zuvor ...

Am Ende muss der Prozess nicht vertagt werden, weil einer der Täter fehlt, sondern weil sich das Hauptopfer nicht blicken lässt. Zwar erreichte ihn die Vorsitzende Richterin telefonisch – scheinbar schlief der Bursche noch – und wies ihn an: „Setzten Sie sich jetzt sofort in ein Taxi oder die U-Bahn und kommen sie ins Landesgericht.“ Er tauchte aber nie auf.

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