Kunst und Kirche

Erdiger Lehm und KI für den neuen „Marienort“

Oberösterreich
05.04.2026 17:00

Die Künstlerin Josseline Engeler hat ein Faible für erdige Materialien wie Ton und Lehm: „Sie sind ein Gegenpol zu unserer Entfremdung“; in der Kirche Baumgartenberg im Bezirk Perg hat sie einen Andachtsort gestaltet, der auch die Rolle der Frau in der Kirche zum Thema macht.

„Es gibt einen großen Run auf Keramik“, sagt Josseline Engeler (43), Künstlerin in Perg. „Ich sehe im Arbeiten mit Ton eine Gegenbewegung, ein Zurück zu Natürlichkeit und einen Ausgleich zum Sitzen vor Bildschirmen!“

Sie selbst schwört nicht nur auf keramische Kunst, sondern hat ein Faible für Lehm entwickelt, der mehr kann, als man ihm zutraut: „Ich verwende Lehm, den ich vor Ort finde, für Möbel und Objekte, die ich oft mit KI auf dem Computer generiere“, sagt sie. Technologischer Fortschritt und ein Urmaterial treffen aufeinander: „Das ist heute kein Widerspruch mehr.“

(Bild: Horst Einöder/Flashpictures)

Ein „Marienort“ sorgte für Diskussionen
Engeler, die aus Norddeutschland stammt und auch an der Linzer Kunstuni einen Lehrauftrag hat, ist als Künstlerin in Österreich und Deutschland präsent. Eine ihrer wichtigsten Arbeiten aber war die Neugestaltung des „Marienorts“ in der ehemaligen Stiftskirche in Baumgartenberg, Bezirk Perg: „Ich habe viele Gespräche mit den Menschen hier geführt und ich habe rasch bemerkt: Es geht vor allem um die Rolle der Frau in der Kirche.“

(Bild: Horst Einöder/Flashpictures)

In Kooperation mit der Gemeinde und der diözesanen Kunstkuratorin Martina Gelsinger konnte Engeler ihre Idee eines „Marienorts“ umsetzen: „Zentrales Anliegen der Pfarrgemeinde war eine Bank zum Sitzen. So entstand ein Raum des Miteinanders aus Stampflehm.“

Maria mit „weiblichen Qualitäten“
Der Lehm deutet auch mütterliche, irdische Eigenschaften der biblischen Figur an. Zentral ist eine Marienstatue, die Farbe des Mantels setzt sich in Fliesen fort, die den Lehmsockeln aufgesetzt sind.

So kann man in die Qualitäten der Maria richtiggehend eintauchen: „Sie ist den Menschen zugewandt, fürsorglich und kraftvoll. Als Frau handelt sie selbstbestimmt, sie ist aber auch Himmelskönigin.“

Als Mutter Jesu sollte sie zu Ostern auch bedacht werden.

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