„Krone“-Kolumne

Das Kreuz muss selbst ein schweres Kreuz tragen

Kolumnen
01.04.2026 06:45

„Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“ In Anspielung auf Matthäus 10, Vers 34 hat sich US-„Kriegsminister“ Pete Hegseth ein Kreuz mit einem Schwert in der Mitte auf den Unterarm tätowieren lassen. Auf seiner Brust prangt das Jerusalem-Kreuz – es besteht aus einem großen in der Mitte, das von vier kleineren umrahmt ist. Die Kreuzritter machten es zu ihrem Symbol, und als solcher bezeichnet sich Hegseth selbst gerne. Im Pentagon lässt er nun beten – für „überwältigende Gewalt gegen jene, die kein Erbarmen verdienen“.

In der Osterwoche hat das Kreuz eine ganz besondere Bedeutung für Christen. Doch es hat jetzt selbst ein schweres Kreuz zu tragen: Rechtspopulisten und Nationalisten vereinnahmen es schamlos, um unter dem Deckmantel christlicher Werte Ausgrenzung, Diskriminierung und Hass zu rechtfertigen. Im schlimmsten Fall sogar auch wieder Krieg.

Auch Kickl hat die Religion für sich entdeckt. Nicht nur, dass er mit Wahlkampf-Slogans wie „Euer Wille geschehe“ Anleihen bei der Bibel nahm, vor Kurzem posierte er auch mit einem gesegneten Holzkreuz. Wie einst HC Strache, der mit „Abendland in Christenhand“ gegen muslimische Kulturzentren hetzte.

Das Kreuz hingegen, auf das wir zu Ostern blicken, erinnert nicht nur an das Leid Christi, sondern vor allem an den Sieg über den Tod. Es ist ein Symbol der Hoffnung und Versöhnung. Ein Kreuz, das gekommen ist, um Frieden zu bringen.

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