Seit Wochen wird die Schifffahrt durch den Iran-Krieg massiv ausgebremst, die Preise schießen nach oben. Jetzt drehen auch noch Tanker mit wichtigen Diesellieferungen für Europa ab – und steuern stattdessen lukrativere Ziele in Asien an.
Europa ist auf den Import von Triebstoff angewiesen. Durch den Iran-Krieg hat sich die Lage deutlich verschärft, jetzt wackeln aber auch die verbliebenen Lieferungen. Denn Asien schnappt Europa den Diesel vor der Nase weg. Mindestens vier Tanker mit Diesel aus den USA werden ihre Ladung nicht wie geplant nach Europa bringen. Das zeigen Daten von Bloomberg, wie mehrere Medien berichten.
Doch kein Diesel für Europa
Ein Beispiel ist der Tanker „Elka Delphi“, der auf dem Weg nach Amsterdam war. Nordwestlich von Spanien änderte das Schiff seinen Kurs Richtung Südafrika. Insgesamt hat der Tanker 1,2 Millionen Barrel Diesel (rund 190 Millionen Liter) geladen, die für den europäischen Markt gedacht waren.
Afrika dürfte für die „Elka Delphi“ und die anderen Tanker allerdings nur ein Zwischenstopp sein – der Diesel soll offenbar nach Asien gebracht werden. Viele asiatische Länder sind wie Europa durch den Iran-Krieg von Lieferausfällen betroffen und müssen jetzt dringend Diesel importieren.
Der Grund, wieso die Tanker jetzt doch nach Asien statt nach Europa fahren, könnte ganz simpel sein: Käufer in Asien dürften mehr Geld bieten. Der Großhandelspreis für eine Tonne Gasoil, ein Diesel-Vorprodukt, liegt an der Leitbörse in Singapur aktuell um umgerechnet 200 Euro über dem Preis an der europäischen Terminbörse ICE. In normalen Zeiten ist Gasoil in Asien billiger.
Auch Gas betroffen
Von solchen kurzfristigen Routenänderungen sind nicht nur Diesel-Tanker betroffen. Anfang März hat etwa ein Tanker, der beladen mit Flüssiggas auf dem Weg nach Europa war, die Route geändert und ist nach Asien umdirigiert worden.
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