Bargeld abgezwackt

Hoteldirektor soll 215.000 Euro veruntreut haben

Vorarlberg
31.03.2026 18:00
Porträt von Chantal Dorn
Von Chantal Dorn

Mehr als vier Jahre hatte ein 47-jähriger Deutscher seine Funktion als Direktor eines Familienhotels im Montafon (Vorarlberg) missbraucht und Gelder veruntreut. Am Dienstag wurde die Sache am Landesgericht Feldkirch verhandelt.

„Ich hatte eine Sieben-Tage-Woche – irgendwann war einfach alles zu viel.“ Der 47-jährige Deutsche steht am Dienstag vor dem Schöffensenat des Landesgerichts Feldkirch und ringt um Erklärungen. Dass Stress und eine Scheidung ihn in die Kriminalität getrieben hätten, lässt Richterin Lea Gabriel aber nicht gelten: „Private Probleme sind kein Freibrief für strafbares Verhalten“, hält sie trocken fest.

Es handelt sich keineswegs um Lappalien: In rund 250 Fällen soll der ehemalige Hoteldirektor Bargeld nicht abgeführt, sondern für sich einbehalten haben. Die unrechtmäßigen Entnahmen blieben lange unbemerkt – wohl auch, weil der Mann als Führungskraft viele Abläufe eigenständig organisierte. Doch damit nicht genug: Auch ein BMW im Wert von rund 29.000 Euro verschwand auf wenig elegante Weise in seinem Einflussbereich. Immerhin konnte durch die Verwertung eines Audi A7 ein Großteil des Schadens gedeckt werden – bis auf eine Restschuld von 550 Euro.

In Australien im Gefängnis gesessen
Der Angeklagte zeigt sich vor Gericht geständig, verweist jedoch erneut auf seine Überlastung: „Ich habe alles alleine gemacht – von den Reservierungen bis zur EDV.“ Gleichzeitig räumt er ein, dass die Hotelinhaber ihm gegenüber „stets freundlich und entgegenkommend“ gewesen seien. Ein Widerspruch, der im Saal nicht unbemerkt bleibt. Dass der Prozess erst jetzt stattfindet, hat einen besonderen Grund: Vier Jahre verbrachte der mehrfach vorbestrafte Mann zuvor in australischen Gefängnissen – aus Gründen, über die er lieber schweigt. Bei seiner Einreise zurück nach Deutschland wurde er noch am Flughafen verhaftet und nach Österreich ausgeliefert.

Im Prozess entschuldigt er sich zwar per Handschlag bei seinem Ex-Chef für sein Handeln, an einem Schuldspruch führt aber kein Weg vorbei. Am Ende verdonnert die Richterin den Angeklagten wegen Veruntreuung unter Bedachtnahme der rechtskräftigen Verurteilung in Australien zu einer fünfwöchigen Zusatzstrafe. „Unter anderen Umständen wäre das deutlich anders ausgegangen“, erklärt sie. Zusätzlich muss der Deutsche rund 215.000 Euro plus Zinsen sowie weitere Kosten ersetzen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt