Dass Wohnen in der Tiroler Landeshauptstadt ein Luxusgut ist, das ist kein Geheimnis. Doch eine neue Erhebung der Arbeiterkammer Tirol macht deutlich, dass es immer noch absurder wird. Preise von mehr als 1000 WG-Zimmern wurden verglichen. Die Ergebnisse sind erschreckend.
Ganz genau waren es 1031 Angebote von Zimmern in Wohngemeinschaften in ganz Innsbruck, die die AK-Experten der Wohn- und Mietrechtsabteilung im vergangenen Jahr gesichtet und die Preise verglichen haben. Der Befund ist ernüchternd: War laut AK-Analyse 2022 das teuerste WG-Zimmer im Stadtteil Innsbruck-Wilten um 890 Euro zu haben, so liegt der höchste Preis nun bei 1010 Euro im Nobelviertel Saggen.
Die teils absurd hohen Preise zeigen auch die prekäre Lage am Wohnungsmarkt.

Erwin Zangerl, AK-Präsident Tirol
Bild: Christof Birbaumer
Auch Durchschnittsmieten gesalzen
Aber nicht nur die Extremwerte schießen durch die Decke, auch die Durchschnittsmieten sind gesalzen. 495,34 Euro betrugen sie im Jahr 2022 – alles andere als eine Okkasion. Im Vorjahr waren es dann schon 539,69 Euro. Damit hat Innsbruck im Rennen um die teuersten Städte Österreichs wohl sehr gute Chancen, ganz oben zu landen.
Der Mietpreisspiegel zur aktuellen Marktsituation bei studentischem Wohnen weist einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 32,57 Euro für ein WG-Zimmer aus. Gestiegen sind die Mietpreise seit der letzten Erhebung 2022 in allen Stadtvierteln, und ein Ende der Teuerung scheint nicht in Sicht.
„Die teils absurd hohen Preise, die von Studenten kassiert werden, zeigen auch die prekäre Lage am Wohnungsmarkt“, betont Tirols AK -Präsident Erwin Zangerl. „Da viele junge Menschen - auch von auswärts bzw. aus dem Ausland - in Innsbruck studieren, sind sie auf eine Wohnung angewiesen und bereit, unverschämte Preise zu bezahlen. Das treibt wiederum die Mieten nach oben, die sich die Menschen oft kaum noch leisten können.“
„Wohnprojekt ersetzt kein Studentenheim“
Etwas Entspannung könnte ein im Bau befindliches Projekt für „junges und studentisches Wohnen“ am ehemaligen Sandwirt-Areal in der Reichenau bringen. Dieses ersetze aber kein richtiges Studentenheim, kritisiert Zangerl: „Nicht nur, dass in dieser Richtung nichts umgesetzt wird, wurden sogar komplett fertig geplante Projekte vom Tisch gewischt und verhindert, wie vor vier Jahren das Campus-Projekt in Kranebitten, das Platz für 700 Studierende geboten hätte.“
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