Eigentlich hätte die Gemeinderatssitzung in Rust zum Thema „Familypark“ schon am 25. März stattfinden sollen. Dann wurde sie, weil mehrere SPÖ-Funktionäre an diesem Tag verhindert gewesen wären, auf 30. März verschoben. Jetzt wurde die Abstimmung überhaupt vertagt.
Am Montagabend fand in Rust im „Hotel am See“ (erst war das Restaurant „Niki am Hafen dafür angedacht) eine Gemeinderatssitzung statt, die nicht nur von Medienvertretern aufmerksam mitverfolgt wurde, sondern auch von rund 60 Zuhörern – großteils Gegner der „No Disneyland“-Bewegung. Schließlich stand ein brisantes Thema an der Tagesordnung: die Abstimmung über die Bebauungsrichtlinien für die Erweiterung des Familyparks am 1,7 Hektar großen Ruster „Pfarrumriss“. Dort will der französische Betreiber „Compagnie des Alpes“ nämlich neue Fahrgeschäfte errichten.
Demonstranten, Polizei und eine Überraschung
Schon vor Sitzungsbeginn hatten sich die Demonstranten unter polizeilicher Beobachtung mit Transparenten in der Bucht versammelt, um gegen die Ausbaupläne Stimmung zu machen. Entsprechend laut und genervt war das Raunen, das durch den Saal ging, als SPÖ-Bürgermeister Gerold Stagl gleich zu Beginn der Sitzung den Punkt „Familypark“ von der Tagesordnung nahm – selbst für viele Gemeinderäte „völlig überraschend“.
Seine Begründung: Der Familypark habe bis dato „noch nicht alle Auflagen erfüllt“. Rust habe den Betreiber im September 2025, als es um die Flächenwidmung ging, aufgefordert, „ein Verkehrslösungskonzept zu erarbeiten“, um Verkehrsströme besser zu routen. Bei der Gemeinderatssitzung im Dezember 2025 habe ÖVP-Vizebürgermeister Georg Seiler dann auch die Umsetzung der Maßnahmen gefordert. Weil jedoch die Realisierung der Maßnahmen noch auf sich warten lasse, könne nun eine Abstimmung über die Bebauungsrichtlinien nicht erfolgen, erklärte Stagl. Daher habe er nun „die Frist verlängert“.
Das sagt der Familypark
„Das stimmt. Wir haben am 12. März unsere Maßnahmen präsentiert. Dazu gehören Verbesserungen beim Ordnerdienst, die Ausweitung der Öffnungszeiten zur Entzerrung, die Schließung der oberen Ausfahrt, um zu verhindern, dass die Vergnügungsanlage über Güterwege verlassen wird, eine Optimierung des Befüllungskonzepts der Parkplätze und die Beschleunigung des Verkehrsflusses von der Zufahrt bis zum Parkplatz durch Verminderung von anhaltenden Fahrzeugen“, bestätigt Andreas Schauer, der Technische Direktor des Familyparks. Das Konzept sei für „gut befunden“ worden. An der Umsetzung werde gerade gearbeitet. Auch die von Rust gewünschte Pförtnerampel werde implementiert: „Die Kosten übernimmt der Familypark.“
So sieht nun der neue zeitliche Fahrplan aus
Sobald diese letzten Aufgaben erfüllt sind, kommt das Thema im 19-köpfigen Gemeinderat wieder auf die Tagesordnung, betont Bürgermeister Stagl gegenüber der „Krone“: „Schon Ende April oder im Mai, wenn die nächste Sitzung aller Voraussicht stattfindet, könnte abgestimmt werden. Sobald es da grünes Licht gibt, kann der Familypark mit der Planung beginnen.“
Was noch passieren könnte
Stagl selbst spricht sich schon allein wegen der Lustbarkeitsabgabe für das Projekt aus. Auch von den neun SP-Funktionären ist das zu erwarten. Aber was, wenn ÖVP (5 Sitze), Forum Zukunft Rust (3 Sitze), FPÖ (1 Sitz) und der „wilde“ Gemeinderat Alexander Rainprecht (1 Sitz) dagegen stimmen und so gemeinsam die Ausbaupläne des Vergnügungsparks verhindern? „Dann geht das Projekt nicht durch!“, so Stagl.
Ob ihn das schmerzen würde? „Wenn die Erweiterung nicht kommt, kommt sie nicht. Wichtig wäre nur, dass uns der Familypark erhalten bleibt, weil er sich positiv auf Tourismus, Gastronomie und Hotellerie in Rust auswirkt. Es wäre schade, wenn es diesen Nebeneffekt nicht mehr gäbe.“
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