Völlig geschmacklos!

Badegäste posieren auf totem „Timmy“ für Selfie

Ausland
17.05.2026 16:31
Porträt von krone.at
Von krone.at

Gerade erst herrscht die traurige Gewissheit, dass Buckelwal „Timmy“ tot ist, doch von einem „Ruhe in Frieden“ kann keine Rede sein. Badegäste kletterten auf den toten Walkörper und fotografierten sich dabei. Diese Aktion ist nicht nur geschmacklos, sondern auch ziemlich gefährlich.

Am Samstag hatten die Behörden bestätigt, dass es sich bei dem toten Wal vor der dänischen Insel Anholt um den bekannten Buckelwal „Timmy“ handelt. Von einem „Ruhe in Frieden“ kann allerdings keine Rede sein. Denn Badegäste stellten sich am Sonntag auf den Kadaver und machten dabei Selfies.

Diese Aktion ist ohne Frage menschlich völlig daneben und extrem gefährlich. Im Inneren des verwesenden Wals kann sich Gas bilden, das über die dicke Haut nicht entweichen kann – im schlimmsten Fall explodiert der Kadaver deswegen, wie Experten eindringlich warnen. Zudem besteht Gesundheitsgefahr, denn der tote Meeressäuger könnte Krankheiten in sich tragen, die auch auf Menschen übertragbar sind.

In den sozialen Medien ist die Empörung über die rücksichtslosen Badegäste groß:

„Sicherheitsabstand“ einhalten
Behörden hatten mehrmals davor gewarnt, sich dem toten Tier zu nähern. Die dänische Umweltbehörde betonte gegenüber der „Bild“-Zeitung noch einmal, dass man das „beträchtliche Interesse an diesem speziellen Wal“ verstehe. Trotzdem sei es enorm wichtig, dass Schaulustige einen „Sicherheitsabstand“ zu dem Kadaver einhalten. 

Was passiert jetzt mit „Timmy“?
Der Körper von „Timmy“ liegt derzeit vor der dänischen Insel Anholt – nun liegt die Verantwortung bei den dänischen Behörden. Sie müssen entscheiden, was mit dem Kadaver des Buckelwals geschehen soll. Konkrete Pläne für eine Bergung oder eine Autopsie gebe es derzeit allerdings noch nicht, hieß es. „Er behindert niemanden und nichts da draußen, also muss eine Verlegung auf Kosten der Deutschen erfolgen“, brachte es Morten Abildstrøm von der dänischen Naturschutzbehörde auf den Punkt.

„Timmys“ Geschichte

  • Buckelwal „Timmy“ wurde Anfang März erstmals in der Ostsee gesichtet. Am 23. März strandete er vor dem Timmendorfer Strand, konnte sich mehrmals befreien, strandete jedoch immer wieder.
  • Zuletzt lag der junge Meeressäuger vor der Insel Poel, von wo ihn eine private Initiative per Lastkahn Richtung Nordsee brachte.
  • Am 2. Mai wurde „Timmy“ freigelassen, danach verlor sich seine Spur. Ein am Wal angebrachter GPS-Sender lieferte keine Daten.
  • Am Donnerstag wurde vor der dänischen Insel Anholt ein toter Wal entdeckt – seit Samstag ist klar, dass es „Timmy“ ist.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus kündigte an, mit der dänischen Behörde besprechen zu wollen, was nun mit „Timmy“ passieren soll. Es seien auch Gespräche mit der privaten Rettungsinitiative geplant, berichetet die „Bild“. Unterdessen nimmt die Natur ihren Lauf. Am Samstag hatten sich schon Möwen über den toten Walkörper hergemacht. Am Sonntag waren die Spuren davon auf dem Kadaver schon deutlich zu sehen.

Rettungsaktion trotzdem ein „Erfolg“
Obwohl es für „Timmy“ kein Happy End nach seiner Rettung gab, verteidigen Minister Backhaus und die private Initiative die Rettungsaktion. Die Initiative gab dem Wal „eine letzte Chance, die Freiheit und die Gesundheit wiederzuerlangen“, sagte Backhaus laut der „Bild“. Auch Experten hätten nicht ausschließen können, dass „Timmy“ überlebt.

Tierärztin Jenna Wallace, die extra aus Hawaii eingeflogen worden war, nannte die Rettungsaktion einen „Erfolg“. Der Wal sei im Ozean gestorben „und blieb nicht allein im Schlamm im flachen Wasser feststecken, was ein viel schlimmeres Schicksal gewesen wäre“, schrieb sie auf Facebook. Wallaces Berufskollegin Anne Herrschaft sagte gegenüber News5: „Ich glaube, er durfte nochmal frei sein und tief tauchen.“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung