Die Debatte um Deepfakes, also Bilder und Videos, die mit künstlicher Intelligenz hergestellt wurden, ist derzeit brisanter denn je. Und selbst Royals werden Opfer von Deepfakes, wie der aktuellste Fall beweist. Denn von Belgiens Kronprinzessin Elisabeth kursieren seit mehreren Wochen Dutzende KI-generierte Fotos und Videos auf Facebook. Jetzt griff auch der Fürstenhof ein.
Seit mehreren Wochen wurden auf einem gefälschten Facebook-Profil reihenweise Fotos und Videos von Kronprinzessin Elisabeth veröffentlichte.
Auch pikante Fake-Videos gepostet
Doch was die mittlerweile 28.000 Follower zu sehen bekamen, waren nicht etwa Einblicke in das Leben der 24-jährigen Royal, es sind Deepfakes. Und obwohl Elisabeths Name im Profil falsch geschrieben ist, bekam jedes Fake-Posting rasch zahlreiche Likes und Kommentare.
Was es auf dem falschen Profil zu sehen gibt? Unter anderem Montagen, etwa mit Elisabeths jüngerer Schwester Eléonore, aber auch mit Spaniens Kronprinzessin Leonor am Traumstrand.
Besonders schockierend: Auch ein Video, das die belgische Kronprinzessin scheinbar knapp bekleidet beim Tanzen vor Gefängnisgittern zeigt, wurde über das Fake-Facebook-Profil veröffentlicht.
Palast ergriff „notwendige Maßnahmen“
Zu viel für Belgiens Königspalast, der nun gegenüber der belgischen Zeitung „Het Laatste Nieuws“ nicht nur bestätigte, dass man Kenntnis von den gefälschten Inhalten habe, sondern auch „notwendige Maßnahmen“ ergriffen habe, damit diese so schnell wie möglich offline genommen werden. Offenbar mit einem ersten Erfolg: Denn das Fake-Profil von Prinzessin Elisabeth ist mittlerweile nicht mehr erreichbar.
Es ist nicht das erste Mal, dass die hübsche 24-Jährige Opfer von Fake-Fotos wurde. Schon im letzten Jahr tauchte im Netz eine Aufnahme auf, die Elisabeth angeblich im Griechenland-Urlaub mit Prinz Georg von Liechtenstein (26) zeigte und das Gerüchte um eine royale Liebe entfachte. Doch obwohl auch dieses Bild war KI-generiert war, sah sich das Fürstenhaus zu einem Dementi genötigt.
Fake-Fotos setzten Royals unter Druck
„Die Tatsache, dass solche Bilder einfach so am Computer erzeugt werden können, setzt sie psychisch enorm unter Druck“, bestätigte auch Adelsexperte Wim Dehandschutter im Gespräch mit „Het Laatste Nieuws“. Erleichtert werden diese Deepfakes nämlich dadurch, dass die jungen Royals von Fans bei öffentlichen Auftritten immer mit Smartphones gefilmt werden.
Doch rechtlich seien solche Fotos und Videos eindeutig problematisch, weiß Medienrechtler Professor Leo Neels. „Das Anbringen oder Erstellen eines Kopfes auf einen anderen Körper, mit Kleidung und Bewegungen, die man von Mitgliedern königlichen Geblüts nicht erwarten würde, ist eine Verletzung ihres Rechts auf Privatsphäre.“
Zivilrechtliche Schritte könnten in solchen Fällen in jedem Fall eingeleitet werden, ergänzte Anwalt Hendrik Vanhees im Gespräch mit der belgischen Zeitung. Doch sieht er dabei ein Problem: „Aber dann muss man die Person identifizieren können, die die Bilder erstellt hat.“
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