Beim Online-Zugang zu den Ämtern brauchen viele ältere Menschen Hilfe. Pensionisten-Organisationen beraten und begleiten zum Thema, setzen sich aber gleichzeitig weiterhin für den analogen Zugang ein.
Das Digitale Amt sollte Behördengänge für alle Bürger einfacher machen, verschlimmert aber bei den meisten Senioren nur die Falten auf der Stirn. Die ID-Austria als Zugang zum Online-Steuerausgleich muss auf der Gemeinde beantragt werden. Um sie anzuwenden, ist ein Smartphone zu wenig, es braucht auch ein Zweitgerät. Selbst Pensionisten, die über beides verfügen, fühlen sich technisch nicht immer sattelfest. Und nicht jeder hat Enkelkinder, hilfreiche Freunde oder gute Nachbarn, die helfen.
Verpflichtung der Gemeinden
Der Landesobmann des ÖVP-nahen Seniorenbundes, Rudolf Strommer, rät: „Die Gemeinden sind verpflichtet, bei der ID-Austria zu helfen. Dafür bekommen sie sogar eine Abgeltung aus dem Finanzausgleich.“
Wer zusätzliche Hilfe braucht, kann sich auch beim Seniorenbund melden. Strommer: „Wir haben Beratungstage – der nächste ist am 13. April. Da bekommt man nach einem Erstkontakt auch Anleitungen, wenn es nötig ist.“ Weitere Informationen darüber gibt es in der Mitgliederzeitung.
Es gibt keine Verpflichtung zum Steuerausgleich online
Grundsätzlich pocht der Seniorenbund darauf, dass Behördenwege weiterhin auch analog möglich sein müssen, so Strommer: „Niemand ist verpflichtet, den Steuerausgleich online zu machen, alles geht auch schriftlich – da lege ich schon Wert drauf, so wie unsere Präsidentin Ingrid Korosec auch dahintersteht.“ Grundsätzlich sieht Strommer ältere Personen in der digitalen Welt besonders benachteiligt.
Für das Recht auf analoge Behördenwege tritt auch der SPÖ-nahe Pensionistenverband ein. Derzeit versucht die Organisation Schulungen auf Bezirksebene einzufädeln, wie Landessekretär Helmut Schuster ausführt: „Im Rahmen des Burgenländischen Seniorenbeirates wurde beschlossen, dass das über die Bezirkshauptmannschaften passieren soll.“
Zusätzlich gibt es beim Verband Personen, die beim Steuerausgleich behilflich sind. Auch auf Ständen bei Großveranstaltungen wie der Messe Oberwart oder dem Golser Volksfest bietet der Pensionistenverband Informationen zur Digitalisierung an. „Für jene, die die technische Ausstattung haben, haben wir ein paar Personen, die weiterhelfen können“, so Schuster.
Vertretungsbefugnis für wie viele?
Die Vertretungsbefugnis ist beim Steuerausgleich aber ein weiteres Problem: „Wir klären derzeit, wie viele Personen mit einer Befugnis vertreten werden können. Wenn das nur 10 bis 15 Leute wären, ist das für uns zu aufwendig“, meint er. Man betreue beim Stromtarif online oder beim Wärmepreisdeckel rund 300 Mitglieder, das sei eine Zahl, an die man sich bei der ID-Austria schon anlehnen könnte. Wenn immer nur 10 bis 15 Teilnehmer vertreten würden, wäre der Vorgang mit dem beschränkten Personalstand ein Problem. Hilfe zur ID-Austria gibt es übrigens auch bei der Arbeiterkammer oder in Volkshochschul-Kursen.
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