Altes Handwerk

Die letzten Hüter des Segens der Oster-Ratschen

Burgenland
29.03.2026 09:00

Oster-Ratschen sind Teil der katholischen Tradition. Zwei Brüder in Wiesen wissen noch, wie man sie herstellt. In ihrer Wagnerei pflegen sie mit viel Liebe das Familien-Handwerk. 

Nur ein einziger Betrieb ist es mehr, der im Burgenland Ratschen herstellt. Jene Krachmaschinen, die nach katholischem Glauben am Karfreitag die Glocken ersetzen müssen, weil die nach Rom geflogen sind. In ihrer Wagnerei in Wiesen bauen die Brüder Eduard und Stefan Feurer diese Segensbringer in dritter Generation. Eduard Feurer ist stolz: „Das wird schon immer bei uns gemacht: In der Familie seit 100 Jahren. Ich mache es jetzt seit 40 Jahren.“ Die Stücke entstehen aus Hartholz von Esche, Akazie oder Eiche.

Die hergestellte Stückzahl hängt von der Nachfrage ab. Die war im Laufe der Jahrzehnte immer wieder unterschiedlich, so Feurer: „Ich mache meistens eine Serie von zehn bis 15 Stück und die verkaufen sich dann innerhalb von etwa zwei Jahren.“ Dabei gibt es unterschiedliche Modelle: Scheibtruhenratschen für Gemeinden mit gut befahrbaren Straßen, Handratschen für den universellen Gebrauch. Und in vielen Fällen muss an den alten Modellen einfach nur etwas repariert werden, was die Feurers selbstverständlich auch erledigen.

Ausgesuchte Hölzer werden für Reparaturen und neue Ratschen verwendet.
Ausgesuchte Hölzer werden für Reparaturen und neue Ratschen verwendet.(Bild: Reinhard Judt)

„Ratschen-Kinder“ sind schon ein seltener Anblick
Früher war das „Ratschen“ ein beliebter Spaß für die Jugend, um sich vor Ostern ein kleines Körberlgeld zu verdienen. Heute ist das anders, weiß Feurer: „Die Kinder gehen nicht mehr so viel wie früher Ratschen. Aber das kommt auch auf die Gemeinde an, wie sie es halt gewöhnt sind.“

Eduard Feurer ist gelernter Wagner und Karosseriebauer und hat das Ratschenmachen immer nur nebenbei betrieben. Wird es dennoch eine Nachfolge für den Betrieb geben? „Ja, mein Sohn ist daran interessiert, der drechselt nämlich auch“, freut sich Feurer, dass das Handwerk seinem Haus erhalten bleibt. Bettina Mader

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