Das „vorarlberg museum" meldet den erfolgreichen Abschluss einer besonderen Restaurierung: Das riesige Fastentuch der Bregenzer Stadtpfarrkirche St. Gallus wurde aufwendig gereinigt und konserviert. Das um 1740 entstandene Kunstwerk zeigt den Kalvarienberg und misst 9,80 mal 8,30 Meter, ist also in Summe stolze 81 Quadratmeter groß. Durch den jahrelangen sakralen Gebrauch war es stark von Kerzenruß verschmutzt.
110 Stunden für neuen Glanz
Die Wiederherstellung erfolgte im Bregenzer Atelier für Konservierung und Restaurierung. In einem langwierigen Prozess, der insgesamt 110 Arbeitsstunden dauerte, wurde das Tuch mit größter Sorgfalt von den Rußablagerungen befreit. Für die künftige Lagerung wurde es archivgerecht mit säurefreien Materialien neu verpackt und mit Zulagen aufgerollt, sodass keine neuen Falten oder Schäden entstehen.
Ein Textil mit bewegter Geschichte
Das Tuch kam 1960 als Schenkung an das „vorarlberg museum". Einige Jahre zierte es noch die Chorwand der Gebhardskirche in Bregenz-Vorkloster, bevor es 1987 im Depot des Museums verstaut wurde. Die Größe war stets eine Herausforderung: So musste im Jahr 1962 ein Fotograf eigens auf den Kirchturm klettern, um es in voller Pracht ablichten zu können.
Ursprung der Fastentücher
Fastentücher verhüllten ab dem 11. Jahrhundert in der Fastenzeit den Altarraum. Sie dienten dem Verzicht auf visuelle Pracht und sollten den Fokus auf das Wort Gottes lenken. Daraus leitet sich auch das Sprichwort „am Hungertuch nagen“ ab. Später wurden sie zu „Bilderbibeln“, die Analphabeten die Leidensgeschichte Christi visuell darstellten.
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