Es ist wieder so weit! In der Nacht auf Sonntag (29.3.) haben wir eine Stunde Schlaf weniger – ab 2 Uhr früh gilt dann wieder die Sommerzeit, die Uhren werden um eine Stunde vorgestellt. Das halbjährige Hin und Her nervt die meisten Österreicher. Die Zeitumstellung wirkt sich auf Mensch und Tier aus. Warum sie immer noch nicht abgeschafft wurde?
Mit der Sommerzeit startet die alljährliche Diskussion über deren Sinnhaftigkeit. Bei uns wurde sie in ihrer ständigen Form 1980 eingeführt. Im Hintergrund stand die Erdölkrise der 1970er-Jahre. Dabei stand Energiesparen im Vordergrund. Heute weiß man, dass dieser Effekt kaum zum Tragen kommt.
80 Prozent der Österreicher dagegen
Befürworter des Uhrendrehens freuen sich jetzt über längere helle Abende – der Sonnenuntergang erfolgt eine Stunde später – und nutzen die Zeit nach Feierabend für Aktivitäten im Freien, wie Grillen, Sport oder Besuche im lauschigen Gastgarten. Trotzdem wird die Sinnhaftigkeit erneut infrage gestellt.
Laut einer aktuellen Market-Umfrage befürworten 80 Prozent der Österreicher die Abschaffung der Zeitumstellung. Dabei wäre knapp mehr als der Hälfte das Beibehalten der Sommerzeit am liebsten. Rund ein Viertel würde hingegen eine dauerhafte Winterzeit begrüßen. Nur jeder Fünfte ist für ein Festhalten an der aktuellen Zeitumstellung. Die Auswirkungen auf Mensch und Tier sind bestens untersucht.
Ähnlich wie ein Jetlag
Eine Stunde weniger Schlaf kann das innere Zeitgefühl aus dem Takt bringen – ähnlich wie ein Jetlag. „In der Folge können bei manchen Personen Konzentration und Aufmerksamkeit beeinträchtigt sein, was im Straßenverkehr unter anderem durch Fahr- oder Verhaltensfehler sichtbar wird. Gleichzeitig muss man aber auch betonen, dass das Verkehrsgeschehen von einer Vielzahl an Einflussfaktoren bestimmt wird, sodass die Zeitumstellung allein keine gravierenden Auswirkungen hat“, erklärt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Vorsicht im Straßenverkehr ist dennoch geboten.
Milchkühe werden schrittweise angepasst
Denn mit der Umstellung auf die Sommerzeit fallen die morgendlichen Hauptverkehrszeiten wieder in die Dämmerungsphase – genau dann, wenn Rehe und Co. unterwegs sind, warnen Tierschützer. Auf dem Bauernhof betrifft es am meisten die Paarhufer, die gemolken werden. „Viele Bäuerinnen und Bauern tasten sich im Vorfeld an die Zeitumstellung heran, indem sie schrittweise die Melkzeit dem neuen Rhythmus anpassen“, weiß die oberösterreichische Landwirtin und Bio-Austria-Obfrau Barbara Riegler.
Keine Einigung in der EU
Nach einer EU-weiten Umfrage im Jahr 2018, die eine Mehrheit für das Ende der Zeitumstellung zeigte, setzte sich der damalige FPÖ-Minister Norbert Hofer für eine geordnete Umsetzung ein. Doch die EU lässt sich Zeit, stattdessen wird weiter diskutiert. Denn die 27 Mitgliedstaaten sind zwar für ein Ende der Zeitumstellung, allerdings können sie nicht einigen, ob künftig die Normal- (Winter-) oder die Sommerzeit gelten soll. Das Dilemma: Europa hat drei Standardzeitzonen. Würde ganzjährig Sommerzeit gelten, ginge im Westen Spaniens die Sonne im Winter erst gegen 10 Uhr auf – ein extrem später Tagesbeginn.
Bliebe hingegen dauerhaft Winterzeit, würde es im Sommer im Osten Europas, etwa in Warschau, bereits sehr früh hell werden, während die Abende deutlich kürzer ausfallen würden. Bis auf Weiteres geht uns also das Vor- und Zurückdrehen auf der Uhr auf den Zeiger.
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