„Es tut mir weh“

Thurnher schickt Video an wütende ORF-Mitarbeiter

Medien
27.03.2026 14:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die interimistische ORF-Chefin Ingrid Thurnher wendet sich im Selfie-Video direkt an ihre Belegschaft – und kündigt eine schonungslose Aufarbeitung der jüngsten Vorfälle an. Die Stimmung im Haus ist angespannt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fühlen sich verunsichert, wütend und teilweise ratlos. Mit ihrem persönlichen Video versucht Thurnher nun, Vertrauen zurückzugewinnen.

In ihrer Botschaft erklärt Thurnher, dass das Format bewusst neu und direkt gehalten sei: „Ich möchte künftig mit euch immer zuerst kommunizieren, bevor irgendwas nach außen geht.“ Zudem sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Antworten auf die vielen Nachfragen aus ihrem Umfeld bekommen.

Thurnher betont, dass sie die Sorgen der Belegschaft ernst nehme und intensiv daran arbeite, klare Informationen bereitzustellen. „Mir tut das auch persönlich unglaublich weh, welches Bild da von uns ORF-lern entstanden ist“, stellte sie klar.

Durchleuchtung „weisungsfrei und schonungslos“
Zentrale Maßnahme ist die Einsetzung eines externen Transparenz-Beirats, dem Fachleute aus Recht, Governance und Compliance angehören. Vorsitzende ist Rechtsanwältin Bettina Knötzl, die auch bei Transparency International Austria tätig ist. Ergänzt wird das Gremium durch Universitätsprofessorinnen, eine Compliance-Expertin, einen externen Juristen sowie einen Kommunikationsberater.

Thurnher wagt den Perspektivenwechsel – und spricht direkt zu den aufgebrachten Mitarbeitern.
Thurnher wagt den Perspektivenwechsel – und spricht direkt zu den aufgebrachten Mitarbeitern.(Bild: zVg, Krone KREATIV)

Ziel des Beirats ist eine „weisungsfreie, schonungslose Durchleuchtung“ der jüngsten Vorfälle, die Aufdeckung von Fehlverhalten und die Empfehlung notwendiger Konsequenzen – auch mit Blick auf mögliche gesetzliche Anpassungen.

Schwierige Aufgabe: Vertrauen wieder gewinnen
Thurnher unterstreicht im Video: „Wann, wenn nicht jetzt, ist es wichtig, in eines unserer wichtigsten Assets zu investieren, nämlich ins Vertrauen – in unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und in unser Publikum.“ Die Maßnahmen sollen das Vertrauen in den ORF langfristig sichern und die internen Strukturen in Compliance und Governance verbessern.

Causa Weißmann stürzte Runfunk in die Krise
Die Ankündigung kommt in einer Phase verstärkter medienpolitischer Debatten. Erst kürzlich hatte der Nationalrat ein Gesetzespaket verabschiedet, das die Bestellung der ORF-Spitze transparenter gestalten und strengere Regeln für politische Werbung einführen soll.

Zugleich belasteten Vorwürfe gegen den zurückgetretenen Generaldirektor Roland Weißmann, der Vorwürfe sexueller Belästigung bestreitet, das Haus. Politik und Öffentlichkeit fordern seit Wochen eine umfassende Aufklärung und strukturelle Reformen.

Thurnher mit Appell an die Belegschaft
Mit dem neuen Transparenz-Beirat setzt Thurnher nun einen ersten sichtbaren Schritt zur Stabilisierung des ORF. Ob dies ausreicht, um die internen Spannungen zu lösen und das Vertrauen nachhaltig zurückzugewinnen, bleibt abzuwarten. Thurnher selbst schließt ihr Video mit einem Appell an die Belegschaft: Gemeinsam könne man die Krise meistern, Kräfte bündeln und zu neuen Leistungen aufsteigen.

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