Brasilien darf ab September kein Fleisch mehr in die EU liefern. Grund sind verbotene Antibiotika in der Tiermast – ein Paukenschlag nach dem Mercosur-Start am 1. Mai!
„Unsere Bauern spielen nach strengsten Regeln – Brasilien offenbar nicht! Ich habe im Vorfeld immer davor gewarnt! Jetzt haben wir den Salat“, poltert der niederösterreichische EU-Abgeordneter Alexander Bernhuber nach der dramatischen Brüsseler Maßnahme, bei der die EU spät aber doch die Notbremse zieht. Ab September darf Brasilien weder Steaks noch sonstige Filetstückerl in die Union liefern.
Der Grund sorgt europaweit für Empörung – in der brasilianischen Rindermast werden weiterhin Antibiotika als Wachstumsförderer eingesetzt. In der EU ist diese Praxis seit Jahrzehnten verboten.
Damit fliegt Brasilien als erstes Land überhaupt genau aus diesem Grund von der EU-Zulassungsliste. Betroffen sind aber nicht nur Rind- und Hühnerfleisch, sondern auch Eier, Honig oder Pferdefleisch. Für Brasilien ein wirtschaftlicher Tiefschlag. Denn immerhin zählt die EU nach den USA und China zu den wichtigsten Abnehmern des Landes.
Besonders brisant: Erst vor wenigen Tagen war das umstrittene Mercosur-Abkommen vorläufig in Kraft getreten – jetzt folgt schon der erste große Knall. Während Argentinien, Uruguay und Paraguay weiter liefern dürfen, zieht Brüssel bei Brasilien die rote Linie.
Gleiche Regeln für alle – oder kein Zugang zum EU-Markt. Alles andere wäre unfair!

Alexander Bernhuber, niederösterreichischer EU-Abgeordneter
Bild: krone.tv
Konkret geht es um Antibiotika wie Virginiamycin, Bacitracin oder Tylosin – Stoffe, die in Europa aus gutem Grund verboten sind. Experten warnen seit Jahren vor Resistenzen und massiven Gesundheitsrisiken. Brasilien müsste nun entweder sämtliche Mittel verbieten oder lückenlos nachweisen, dass jedes einzelne Tier niemals damit behandelt wurde. Ein Kontrollsystem dafür existiert derzeit aber nicht.
Bernhuber sieht sich bestätigt: „Gleiche Regeln für alle – oder kein Zugang zum EU-Markt. Alles andere wäre unfair gegenüber unseren Bauern und ein Risiko für die Konsumenten.“
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