Dienstag, kurz vor 19 Uhr. Ein eisiger Wind weht durch Salzburg. Markus Hinterhäuser geht alleine die leere Hofstallgasse vor den Festspielhäusern entlang. Es sollte der vorletzte Tag gewesen sein, an dem er sich Festspielintendant nennen durfte. Mit sofortiger Wirkung wurde der 67-Jährige am Donnerstag beurlaubt.
Das war das Ergebnis von vertraulichen Gesprächen zwischen den Anwälten des Kuratoriums und des langjährigen Intendanten. Über die Hintergründe, Details und die Höhe einer etwaigen Abfertigung ist zwischen den Konfliktparteien absolutes Stillschweigen vereinbart worden.
„Aufgrund unüberbrückbarer Auffassungsunterschiede und Differenzen gehen die Salzburger Festspiele und Intendant Markus Hinterhäuser ab sofort getrennte Wege“, heißt es offiziell von den Festspielen.
Hinterhäusers „Wohlverhalten“ und Alleingänge in personellen Belangen, wie die Nachbesetzung des Schauspielchefs, waren in den letzten Wochen wiederkehrende Streitpunkte zwischen dem Kuratorium und dem Intendanten.
In die unmittelbare zeitliche Nähe fällt auch ein Bericht des deutschen Magazins „Der Spiegel“, in dem ehemalige Mitarbeiterinnen von Schikanen durch den Intendanten berichten.
Neben der ehemaligen Schauspielchefin Marina Davydova kommt darin auch eine anonyme Quelle aus dem Festspielumfeld zu Wort: „Er schreit Leute an, rennt aus den Räumen, rennt wieder zurück, brüllt weiter, beschimpft unflätig“, berichtet die Person. Auch die gravierenden Verwerfungen mit Festspielpräsidentin Kristina Hammer waren seit geraumer Zeit kein Geheimnis mehr.
„Bin impulsiver Mensch. Das bestreite ich nicht“
Hinterhäuser soll dem Magazin gegenüber eingestanden haben: „Ich bin ein impulsiver Mensch. Das bestreite ich gar nicht.“ Er betonte in dem Artikel jedoch auch: „Bei den mir zugeschickten Behauptungen handelt es sich um die üblichen Unterstellungen. Sie sind so allgemein gehalten, dass ich keine Chance habe, diese zu entkräften und mich entsprechend zu wehren.“
Dafür ist es jetzt sowieso zu spät. Über einen interimistischen Leiter sollen bereits intensive Sondierungen geführt werden.
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