Paukenschlag bei den Salzburger Festspielen! Nach dem bereits seit längerer Zeit schwelenden Konflikt zwischen dem Festspielkuratorium und dem künstlerischen Leiter Markus Hinterhäuser ist es am Donnerstag zu einer weitreichenden Entscheidung gekommen. Der deutsche Spiegel berichtet zudem von schweren Vorwürfen einstiger Mitarbeiterinnen.
Wie die „Krone“ erfahren hat, soll Hinterhäuser die Festspiele sofort verlassen. Das ist das Ergebnis von vertraulichen Gesprächen zwischen den Anwälten des Kuratoriums und des langjährigen Intendanten. Über die Hintergründe und die Details und die Höhe einer etwaigen Abfertigung ist zwischen den Konfliktparteien absolutes Stillschweigen vereinbart worden.
In die unmittelbare zeitliche Nähe fällt allerdings ein Bericht des deutschen Magazins „Der Spiegel“, in dem ehemalige Mitarbeiterinnen von Schikanen durch den Intendanten berichten. Hinterhäuser sei narzisstisch, heißt es da, er könne nicht mit Druck umgehen und gebe seine Launen unkontrolliert weiter. „Er schreit Leute an, rennt aus den Räumen, rennt wieder zurück, brüllt weiter, beschimpft unflätig“, berichtet die anonyme Quelle dem Magazin. Und: Es gebe in diesem Fall „nur einen Täter und sehr viele Opfer“.
Wegen „Differenzen“ bis Ende seines Vertrags beurlaubt
„Aufgrund unüberbrückbarer Auffassungsunterschiede und Differenzen gehen die Salzburger Festspiele und Intendant Markus Hinterhäuser ab sofort getrennte Wege“, heißt es offiziell von den Festspielen. Einvernehmlich wurde festgehalten, dass Hinterhäuser bis zum Ende seines laufenden Vertrags – das ist der 30. September 2026 – beurlaubt ist.
Aus rechtlichen Gründen kann an dieser Stelle nicht darüber spekuliert werden, welche Vorgänge zu dieser nun doch überraschenden Entscheidung geführt haben. Zuletzt war immer wieder davon die Rede, dass Hinterhäuser dem speziell für ihn noch unter Alt-Landeshauptmann Wilfried Haslauer zugeschnittenen Verlängerungsvertrags bis 2029 bzw. 2031 die Vorgabe eines „Wohlverhaltens“ nicht erfüllt haben soll.
Programm für heuer gesichert
Den Salzburger Festspielen ist nun damit dreieinhalb Monate vor der Eröffnung der künstlerische Leiter abhandengekommen. Das Programm für heuer ist aber ohnehin schon seit einem Jahr fertig. Für die Spiele im Jahr 2027 sind dem Vernehmen nach die Vorbereitungen bereits weit fortgeschritten gewesen. Vorerst müssen aber Präsidentin Kristina Hammer und der kaufmännische Direktor Lukas Crepaz die Festspiele im Alleingang führen.
Über einen interimistischen Leiter sollen bereits intensive Sondierungen geführt werden. Unter anderem ist der Chef der Osterfestspiele Nikolaus Bachler für diese Funktion im Gespräch. Die Ausschreibungen für die Präsidentenfunktion und die künstlerische Leitung sollen demnächst erfolgen.
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