Pfingsttradition

Suppenbrunzen! „Unappetitlich klingt’s schon“

Salzburg
24.05.2026 11:00

Eine Pfingsttradition sorgt im Alpenraum für Schmunzeln: Warum die Pfingsttaube, die über den Esstischen schwebt, den Spitznamen „Suppenbrunzer“ bekam. Beliebt sind die hölzernen Kunstwerke noch in vielen Familien.

Schon einmal etwas vom „Suppenbrunzer“ gehört? Was auf den ersten Blick unappetitlich wirkt, ist schnell erklärt. Die zumeist aus Zirbenholz geschnitzten Pfingsttauben schweben seit Generationen in traditionsbewussten Familien über dem Esstisch. Und weil früher dann vom großen Suppentopf Dampf aufstieg, bildete sich in den Flügeln Kondenswasser, das wieder in die Suppe zurücktropfte. Weitergelöffelt wurde trotz „Pipi“ von oben, erzählt man sich mit Augenzwinkern.

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Im Lungau ist der Brauch nicht nur zu Pfingsten noch weitverbreitet.

Michael Moser, Lungauer Volkskultur

„Unappetitlich klingt es schon. Der Spitzname hat sich aber gehalten“, weiß der Lungauer Brauchtumsexperte Michael Moser, dass das regelmäßig für Schmunzeln sorgt. Das hölzerne Symbol für den Heiligen Geist ist im Alpenraum weitverbreitet. Moser: „In den meisten Familien bleibt es das ganze Jahr lang hängen. Im Lungau ist das noch üblich.“

Pfingsttauben stehen für Schutz und Segen.
Pfingsttauben stehen für Schutz und Segen.(Bild: Roland Holitzky)

In Salzburgs südlichstem Bezirk hat sich auch die hohe Kunst des Schnitzens der Tauben, die in Familien weitergegeben wird, noch erhalten. Aber es gibt nur noch wenige Adressen, wo das beherrscht wird. Sieben, bis acht Stunden dauert es, bis eine Pfingsttaube fertig ist.

Die Heiligengeist-Tauben stehen generell für Schutz und Segen. Sie sind auch bei Hochzeiten, Taufen oder bei Einweihungen ein beliebtes Geschenk.

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