Von „Dauerangriffen auf Wahlärzte“ und „populistischen Aktionen“ spricht die Ärztekammer mit Blick auf die Gesundheitspolitik und erhebt gleichzeitig fünf Forderungen.
Die Fronten in unserem Gesundheitssystem sind verhärtet. Während die Politik mit Vorschlägen wie der Deckelung für Wahlarzthonorare oder jenem, dass Wahlärzte einen Teil ihrer Patienten zum Kassentarif behandeln müssen, für Unmut bei der Ärzteschaft sorgt, spricht die Ärztekammer sogar von einem „Dauerangriff auf Wahlärzte“ – und sieht in vielen der angekündigten Maßnahmen vor allem „populistische Aktionen“. „Die Kassenstellen sind so unattraktiv, dass man die Bedingungen ändern muss“, so ÖÄK-Vizepräsident Edgar Wutscher.
Ärzte fordern Entlastung statt „Bürokratiemonster“
Besonders wenig Freude haben die Interessenvertreter mit dem Gesetz zur verpflichtenden Diagnosecodierung im niedergelassenen Bereich: „Dass die geplante Einführung auf 1. Juli verschoben wurde, ist ein positiver Zwischenschritt gewesen“, so der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Telemedizin Dr. Dietmar Bayer, der von einem „bürokratischen EDV-Monster“ spricht. Bürokratie, die diese Berufsgruppe nicht noch zusätzlich gebrauchen könne. Zudem gebe es Nachbesserungsbedarf, etwa sei der Code bereits 40 Jahre alt und einige Diagnosen wären damit nicht darstellbar.
Kritik gibt es zudem an Plänen, Impfungen künftig auch in Apotheken anzubieten: „Es geht um viel mehr als einen Stich. Ärzte bringen eine jahrelange Ausbildung mit und müssen sich an Hygiene- und Privatsphäre-Auflagen halten“, äußert Dr. Naghme Kamaleyan-Schmied ihre Bedenken.
Fünf Forderungen der Ärztekammer
Konkret werden fünf Forderungen formuliert: Keine Zwangsmaßnahmen für Ärzte, das Kassensystem soll attraktiviert werden, statt das Wahlärztesystem zu schwächen, Bürokratie soll minimiert und die Datenanalyse sinnvoll ausgestaltet werden. „Das Patienteninteresse muss wieder in den Fokus rücken“, so Kammerpräsident Johannes Steinhart. Als Beispiel nennt er, dass Impfstoffe oder Medikamente nach dem „One-Stop-Prinzip“ beim Arzt erhältlich sein könnten.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.