Ein Vorarlberger hatte eine Insolvenz verschwiegen und unterschrieb einen Kaufvertrag für einen 200.000-Euro-Flitzer. Sein Pech: die Sache flog auf. Am Mittwoch bekam er am Landesgericht Feldkirch die Quittung für seinen fahrigen Umgang mit der Wahrheit präsentiert.
Vom Tellerwäscher zum Porschefahrer – zumindest im Kopf. Ein türkischer Gastronom, der finanziell eher im Bereich „Improvisationstalent“ unterwegs war, wollte sich den Traum vom schwarzen Porsche 911 Carrera erfüllen. Dumm nur: 60.000 Euro Schulden beim Finanzamt, Privatkonkurs 2024, Alimente und Leasingraten sprachen nicht gerade für eine Luxuskarre.
Im Autohaus ließ sich der Mann davon aber nicht bremsen. „Genau so einen will ich“, erklärte er – und unterschrieb kurzerhand den Kaufvertrag, obwohl er angeblich kaum Deutsch versteht. Beim Einkommen griff er kreativ in die Trickkiste: über 10.000 Euro monatlich, kaum Fixkosten. Klingt gut, war aber frei erfunden.
Alles nur ein Missverständnis?
Vor dem Landesgericht Feldkirch endete die Geschichte dann allerdings weniger glamourös: Statt PS zählten plötzlich Paragraphen. Der Angeklagte versuchte sich mit einer eher ungewöhnlichen Erklärung: Er sei ebenso wie der Verkäufer Hundehalter gewesen, man habe sich über die Vierbeiner unterhalten – und am Ende des Gesprächs hätte er einen Zettel unterschrieben.
Ein Missverständnis also. Richter Theo Rümmele zeigte sich wenig begeistert, ließ am Ende aber Milde walten: Der Türke muss 2800 Euro zahlen, dann wird das Verfahren wegen versuchten schweren Betrugs eingestellt. Ein Schnäppchen – verglichen mit dem Porsche. Diesen hat der Angeklagte übrigens nie zu Gesicht bekommen, die Porschebank durchschaute das finanzielle Luftschloss rechtzeitig.
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