Österreich ist ein Kammerstaat: Die großen Interessenvertretungen knöpfen mit ihren Umlagen den Mitgliedern immer mehr ab, in 20 Jahren stiegen die Umlagen deutlich über der Inflation. Das hat mehrere Gründe.
Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer konnten sich in den vergangenen 20 Jahren über einen Geldregen freuen. Wie eine Auswertung der Agenda Austria zeigt, sind die Umlagen weit stärker als die Inflation gestiegen (siehe Grafik unten).
Konkret: Die Wirtschaftskammer steigerte die Einnahmen seit 2004 um 81 Prozent auf 911 Millionen Euro, die Arbeiterkammer nimmt gar um 130 Prozent mehr ein und lukrierte 2024 von den Mitgliedern 653 Millionen Euro. Für 2025 und 2026 gibt es noch keine genauen Zahlen, Schätzungen zufolge dürfte der Trend weitergehen.
Kammern profitieren von Inflation
Der starke Anstieg bei der Arbeiterkammer hat auch demografische Gründe. Denn die AK profitiert nicht nur von Inflation und den dadurch gestiegenen Löhnen, sondern auch von einer wachsenden Beschäftigung. Bei der Wirtschaftskammer gab es seit 2000 drei Senkungen der Beiträge, die das Wachstum etwas abbremsten, aber trotzdem kletterten die Einnahmen gehörig mit.
„Die Sozialpartnerschaft ist eine internationale Besonderheit, allen voran die Pflichtmitgliedschaft bei der Arbeiterkammer“, sagt Ökonomin Carmen Treml von der Agenda Austria. Sie kritisiert die mangelnde Transparenz. „Wer Zwangseinnahmen verwaltet und ausgibt, muss jeden Euro erklären können“, so Treml.
Kommt Umlagensenkung bei WKÖ?
Kein Wunder auch, dass die Kammern über die Jahre große Rücklagen anhäufen. Derzeit diskutiert zumindest die WKÖ über eine große Reform, bei der auch die Beiträge der Betriebe sinken könnten. Die Kammerumlage 2 ist auch Teil der viel kritisierten Lohnnebenkosten.
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