Der Innviertler Teilehersteller FACC profitiert von der wachsenden Luftfahrt und erzielte im Vorjahr einen Rekordumsatz von fast einer Milliarde Euro. Auf die Folgen des Iran-Krieges sieht sich das Unternehmen vorbereitet, doch: Die Inflation dürfe in Österreich nicht wieder so „durchrauschen“ wie in den vergangenen Jahren, mahnt der CEO.
Die beiden größten Flugzeughersteller der Welt, Airbus und Boeing, wachsen: Lieferten sie 2024 noch 1114 Maschinen aus, waren es im Vorjahr schon 1393 – um ein Viertel mehr. Weitere 17.770 Flugzeuge sind bei den beiden Herstellern aktuell bestellt. Der Bau sämtlicher ziviler Maschinentypen wird hochgefahren – „eine einmalige Chance, die uns wachsen lässt“, sagt Robert Machtlinger, CEO der FACC mit Sitz im Innviertel.
Das Unternehmen aus Ried im Innkreis in Oberösterreich fertigt Bauteile für die Luftfahrt. Der Aufwind in der Branche macht sich auch im Jahresergebnis von 2025 bemerkbar, das die Innviertler am Mittwoch präsentierten: Zu Buche steht ein Rekordumsatz von 984 Millionen Euro (+11% im Vergleich zum Jahr davor) und ein Betriebsergebnis von 42 Millionen Euro (+49%). Die Mitarbeiterzahl blieb mit 3900 nahezu unverändert.
„100 Millionen Euro mehr Umsatz bei gleichem Personal“
Den gestiegenen Gewinn führt die FACC auf ihr 2024 gestartetes Effizienzprogramm „CORE“ zurück. Dabei wurden etwa Materialkosten gesenkt, Inflationseffekte weitergegeben und die Managementstruktur verschlankt. „100 Millionen Euro mehr Umsatz bei gleichem Personal ist der Beleg, dass das funktioniert“, sagt Machtlinger.
Die Folgen des Krieges
Das Unternehmen will heuer weiter wachsen. Unsicher ist jedoch, wie stark. Eine der Variablen: „Der Iran-Krieg beschäftigt uns alle. Die Auswirkungen für die Luftfahrt sind heute schwer einschätzbar“, so der CEO. Der Mittlere Osten mache acht bis zehn Prozent des weltweiten Luftfahrt-Marktes aus. Dennoch seien keine großen negativen Folgen absehbar: Unter den aktuellen Voraussetzungen sehen die Kunden von FACC keine oder nur geringe Einbrüche für das laufende Jahr, meint Machtlinger. „Derzeit sehen wir managebare Aufgaben auf uns zukommen. Wir beobachten das, wir haben Szenarien geplant, wir könnten schnell reagieren“, sagt der FACC-Chef.
Insgesamt erwartet Machtlinger dadurch aber „ein Abkühlen des weltweiten Wachstums“. Man müsse genau auf die Inflationseffekte des Krieges schauen, nicht nur an den Tankstellen. Österreich müsse vorsichtig sein, damit die Teuerung nicht wieder „so durchrauscht“ wie infolge des Ukraine-Krieges.
Abhängig von Airbus
Zurück zu FACC: Das Unternehmen will heuer zudem wieder etwas unabhängiger von Airbus werden, denn zuletzt machten die Innviertler mehr als die Hälfte des Umsatzes mit diesem Hersteller. Allein die A320-Modelle sorgten für 37 Prozent des gesamten Geschäfts.
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