„Toxisches Klima“

Mobbing-Vorwürfe im Kunsthistorischen

Kultur
25.03.2026 09:49
Porträt von Kronen Zeitung
Von Kronen Zeitung

Die Führungsspitze des KHM-Museumsverbands sieht sich heftigen Vorwürfen gegenüber. So berichtet Veronika Sandbichler, Direktorin von Schloss Ambras, von Gesprächen, bei denen sie verbal so traktiert wurde, dass sie in Tränen ausgebrochen sei. Die KHM-Führung weist die Behauptungen „mit aller Deutlichkeit“ zurück.

Die Führungsspitze des KHM-Museumsverbands sieht sich heftigen Vorwürfen gegenüber. In der „Zeit im Bild 2“ berichtete am Dienstagabend Veronika Sandbichler, die Direktorin von Schloss Ambras, von Gesprächen, bei denen sie „zumindest verbal so traktiert wurde“, dass sie in Tränen ausgebrochen sei. Laut ihrem Anwalt Martin Maxl gebe es seit dem Amtsantritt des neuen Generaldirektors Jonathan Fine knapp 20 Fälle von Auseinandersetzungen mit Museumsmitarbeitern.

„Ich werfe dem Herrn Fine genau genommen eine toxische Führungskultur vor“, sagte Maxl in dem Beitrag. Sandbichler, die die Zweigstelle des Kunsthistorischen Museums auf Schloss Ambras seit 2010 als Direktorin leitet, berichtete von einem neuen Kommunikationsstil ihr gegenüber, der sie einer physischen und psychischen Belastung aussetzt, die ärztliche Betreuung notwendig macht. Der Betriebsrat sei zu einer Sondersitzung zusammengekommen und hat das Kulturministerium eine externe Prüfung durch die Unternehmensberatung Deloitte beauftragt

KHM weist alle Vorwürfe zurück
Der KHM-Museumsverband weist die in dem Bericht erhobenen Behauptungen „mit aller Deutlichkeit zurück. Die dort verbreiteten Anschuldigungen sind inhaltlich unzutreffend, einseitig dargestellt und werden durch keinerlei Fakten gedeckt.“ Es werde von Sandbichler „ein individuelles arbeitsrechtliches Interesse, nämlich die Beendigung ihres Dienstverhältnisses zu den von ihr begehrten Bedingungen, durch die gezielte Platzierung falscher Vorwürfe in die Öffentlichkeit verlagert“. 

Nicht das Ministerium, sondern das Kuratorium des Museumsverbands habe bereits „lange vor der aktuellen medialen Eskalation eine umfassende, unabhängige Überprüfung der gegen die Geschäftsführung erhobenen Behauptungen beauftragt“. Man verstehe sich „als öffentliche Institution mit einer klaren Kultur der Verantwortung, des Respekts und offener Kommunikationskanäle“. Derzeit gehe man aber davon aus, „dass eine Arbeitnehmerin versucht, durch die Verbreitung haltloser, rufschädigender oder bewusst verzerrter Vorwürfe die eigene Rechts- und Verhandlungsposition günstig zu beeinflussen. Der Museumsverband ist daher gezwungen, alle rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen und gegebenenfalls auszuschöpfen.“

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