Laut Staatsanwaltschaft Wien soll es so zu Geschlechtsverkehr zwischen dem 32-Jährigen und dem drogenabhängigen Mädchen in einer Parkgarage bei der Gumpendorferstraße gekommen sein. Der traurige Prozess offenbart, wie schlimm die Lebensrealität einiger junger Menschen ist. Besonders tragisch: Wo Hilfe erhofft wurde, kam es zum noch tieferen Fall.
Erschütternde Einblicke im Wiener Landl. Eine Mutter bringt ihre 14-jährige Tochter zur Zeugenaussage. Am Ende ist es der Frau ein Bedürfnis klarzustellen: „Mein Kind war wegen etwas anderem in der Kinderpsychiatrie am Rosenhügel. Mit Drogen hat sie erst angefangen durch die Kontakte dort.“
In der Einrichtung freundete sie sich mit der damals zwölfjährigen Daniela (Name geändert) an, die trotz ihrer Jugend abhängig ist. Zusammen mit ihr war die Zeugin im Herbst 2025 auf der Gumpendorfer Straße unterwegs, um nach Drogen zu fragen. Sie trafen auf einen 32-jährigen, vielfach vorbestraften Dealer.
Die beiden sind dann zehn Minuten hinter einem der Autos verschwunden.
Die Freundin sagte als Zeugin aus.
Mit ihm gingen die beiden in eine Tiefgarage: „Er meinte, damit wir Kokain bekommen, muss eine von uns beiden mit ihm schlafen. Zuerst wollte ich es machen, aber dann hab’ ich Angst bekommen.“ Daniela habe schließlich eingewilligt und gesagt, dass sie es mache. „Die beiden sind dann zehn Minuten hinter einem der Autos verschwunden“, erinnert sich die Freundin. Sie selbst habe in dieser Zeit eine Panikattacke bekommen und geschrien: „Was machst du da, sie ist erst zwölf.“ Ob der Mann, dem unter anderem sexueller Missbrauch von Unmündigen vorgeworfen wird, dies auch gehört hat, wisse sie aber nicht.
Was soll das alles hier? Das sind irgendwelche Gschrappen, die mir nachgegangen sind.
Der Angeklagte bestreitet die Tat.
„Das is ja a Frechheit“
Nach dem Geschlechtsverkehr sei der Angeklagte, der im Prozess die Tat vehement bestreitet, „einfach weggelaufen“. „Was soll das alles hier? Das sind irgendwelche Gschrappen. Die sind mir nachgegangen, aber ich hab’ ihnen nichts gegeben. Und ich hab’ sie auch nicht angegriffen“, so der aufgebrachte Mann im Prozess. „Die beiden behaupten, es sei um 10 Gramm gegangen. Die hätten einen Marktwert von 1000 Euro gehabt. Warum sollte ich das tun, wenn ich für ein halbes Gramm Kokain eine echte H*** krieg. Das ist ja a Frechheit. Ich will zurück in die Zelle“, so der Dealer, der wegen eines anderen Delikts in Strafhaft sitzt.
Kind wird im Prozess als Frau bezeichnet
Verstörend in der bedrückenden Verhandlung ist auch, dass die Staatsanwältin, wenn sie von dem zwölfjährigen Kind spricht, „Frau S.“ sagt. Obwohl auf dem Bild, das Herr Rat in der Verhandlung einspielt, ein zierliches Mädchen zu sehen ist. Das junge Opfer kann nicht vernommen werden. Die damals Zwölfjährige ist aktuell in einer Klinik und nicht vernehmungsfähig. Für einen neuen Versuch, sie zu befragen, wird auf Mai vertagt.
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