„Dringend meiden“

Jüdischer Weltkongress warnt vor Spanien-Reisen

Außenpolitik
24.03.2026 12:46
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Beziehungen zwischen Israel und Spanien haben sich seit dem Gaza-Krieg und der Anerkennung des palästinensischen Staates durch die Regierung in Madrid massiv verschlechtert. Dem sozialistischen Regierungschef Pedro Sánchez wird seitens der israelischen Regierung eine „antisemitische Kampagne“ bzw. „hasserfüllte Rhetorik“ vorgeworfen. Nach der Häufung antisemitischer Taten warnt der Jüdische Weltkongress vor Reisen nach Spanien.

Der ehemalige Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, ruft „Juden und Israelis auf, Spanien DRINGEND zu meiden“. „Seit dem 7. Oktober haben verschiedene antisemitische Äußerungen und Aktionen seitens der spanischen Regierung ein unerträglich antijüdisches und antiisraelisches Klima in Spanien geschaffen, wie es seit der Inquisition 1492 nicht mehr bestand“, betonte Muzicant, der derzeit Mitglied im zentralen Leitungsgremium des Jüdischen Weltkongresses ist, am Dienstag.

„Eine Schande für Europa“
Muzicant verwies in einer Aussendung auf den spanischen Transportminister, Óscar Puente, der am Montag gemeint habe, die Gefahr für Europa seien nicht iranische Raketen, sondern Israel. Premierminister Pedro Sánchez wolle für Hunderttausende illegale, meist muslimische Flüchtlinge den Aufenthalt legalisieren. „Gleichzeitig leben die wenigen Juden in Spanien in größter Angst vor Terroranschlägen, vor allem organisiert und orchestriert von den iranischen Botschaften und den Revolutionsgarden (in ganz Europa)“, erklärte der ehemalige IKG-Wien-Präsident: „Dieses Verhalten der linken spanischen Regierung ist eine Schande für Europa!“

Spanien zählt zu den schärfsten europäischen Kritikern der in Teilen rechtsextremen Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Die Regierung in Madrid hat Palästina als Staat anerkannt und Sánchez warf Israel einen Völkermord im Gazastreifen vor. Zudem verhängte Spanien Sanktionen gegen Israel und berief seine Botschafterin in Tel Aviv ab. Spanien boykottiert außerdem den Eurovision Song Contest in Wien wegen der Teilnahme Israels.

Ariel Muzicant
Ariel Muzicant(Bild: APA/ALEX HALADA)

Seit dem Gaza-Krieg infolge des verheerenden Angriffs der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ist auch in Spanien ein Anstieg antisemitischer Vorfälle zu beobachten. Zuletzt haben unbekannte Täter mehrere Gräber auf einem jüdischen Friedhof in Barcelona zerstört. Das israelische Außenministerium warf der spanischen Regierung vor, die „abscheuliche Tat“ sei Folge „der antiisraelischen Kampagne der Regierung Sánchez“. Antisemitismus dürfe niemals normalisiert werden und müsse in der gesamten Gesellschaft entschieden zurückgewiesen werden.

Brandanschlag auf koscheres Restaurant
Im Vorjahr schlug ein Brandanschlag auf ein koscheres Restaurant in Madrid fehl. Der im Eingangsbereich des Lokals gelegte Brand breitete sich zum Glück für die Gäste und das Personal nicht auf andere Räume aus. Beim Attentäter handelte es sich laut Medienberichten um einen 23-jährigen Philosophiestudenten. Zuvor hatte der Mann ein Buch über Verschwörungstheorien rund um das Judentum und eine bevorstehende Apokalypse veröffentlicht, in welchem der Brandanschlag indirekt angekündigt wurde. Nach Ansicht der Ermittler unterstreicht der Inhalt des Werks die ideologische Motivation hinter dem Angriff.

Touristinnen aus Israel mussten Museum verlassen
Daneben kommt es häufig zu Anfeindungen von Touristen aus Israel. So musste eine Gruppe von Touristinnen – darunter auch eine Holocaust-Überlebende – das Museum Reina Sofia auf Anweisung des Sicherheitspersonals verlassen, nachdem es zu einem Streit mit anderen Anwesenden gekommen war. Die Touristinnen wurden als „Mörderinnen“ und „Kriegsverbrecherinnen“ beschimpft.

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