Kommentar zum ESC

Träumen wir insieme von ein bisschen Frieden

Kolumnen
16.05.2026 05:00

„Insieme – unite, unite Europe“: Song-Contest-Songs von ehedem wie jener des Italieners Toto Cutugno haben wir in dieser Woche, wo in Österreich, in Wien alles im Zeichen des ESC steht, auch wieder im Radio zu hören bekommen. Was wir ebenfalls im Radio hörten: Ein Musik-Experte erklärte, den Song Contest gewinne man mit Gänsehaut-Auftritten.

Jener von Toto Cutugno: Das war so einer. 1990, als der Eiserne Vorhang, der Europa jahrzehntelang harsch in zwei Blöcke geteilt hatte, zerbröckelte, als auch die österreichische Starterin Simone beim Song Contest „Keine Mauern mehr“ herbeisang, da eroberte der Italiener im Finale in Zagreb die Herzen der Europäer. Er sang in seiner Muttersprache von den beiden Teilen Europas: „Mit dir, so weit entfernt und so verschieden. Mit dir, einem Freund, den ich verloren glaubte. Du und ich, mit dem gleichen Traum.“

Ein bisschen Frieden
 „Insieme“, also „Gemeinsam“. Ja, die frühen Neunziger, das war, wer diese unglaubliche Epoche selbst erlebt hat, wird sich erinnern, eine Zeit, in der man wirklich träumte. Groß träumte. Der Kalte Krieg zu Ende, die ganze Welt in Frieden vereint.

Alles längst ausgeträumt. Gäbe es eine Steigerung, müsste man angesichts der vielen Kriege allein in unserer Nähe, von der Ukraine bis zum Iran und vielem mehr sagen: ausgeträumter denn je. So bleibt uns bloß die Hoffnung, dass das ESC-Finale am Samstagabend in Wien friedlich über die Bühne geht. Und wir träumen höchstens ein klein wenig von dem, womit die deutsche Sängerin Nicole schon 1982 den Song Contest gewann: „Ein bisschen Frieden“ …

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