Folge des Amoklaufs

Vier Grazer Schulen haben keine offenen Türen mehr

Steiermark
16.05.2026 05:00

Nach dem schrecklichen Amoklauf am 10. Juni 2025 wurde in Graz an Konzepten für sichere Schulen gearbeitet. Nun ein erster großer Schritt: Zunächst vier Schulen erhalten ein Schließsystem, es kann also während des Unterrichts nicht mehr jeder in das Gebäude.

Neun Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrerin ließen am 10. Juni 2025 beim Massenmord im Grazer Gymnasium Dreierschützengasse ihr Leben. Der Täter konnte an jenem Vormittag ungehindert das Gebäude betreten. In der Folge wurde viel über Sicherheitsmaßnahmen diskutiert. Gerade die Frage, ob der Zutritt, wie in vielen Kindergärten üblich, nur mit einem Chip oder Code möglich sein soll, sorgte für geteilte Reaktionen. „Ich halte nichts davon, anlassbezogen alle Schulen zu Festungen umzubauen“, sagte etwa Borg-Direktorin Liane Strohmaier schon kurz nach dem Amoklauf.

In Graz wird die Maßnahme nun ab Herbst in zwei Mittel- und zwei Volksschulen umgesetzt. Es ist ein Ergebnis der Arbeitsgruppe „Sichere Schule“, die Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) einberufen hat und der unter anderem die Bildungsdirektion und Einsatzorganisationen vertreten waren. Nach dem Beschluss im Gemeinderat soll im Juni die Umsetzung beginnen.

Zitat Icon

Unsere Aufgabe ist es, Maßnahmen zu setzen, die Sicherheit geben – ohne unsere Schulen zu Orten der Angst zu machen.

Stadtrat Kurt Hohensinner

Konkret erhalten die vier Schulen Schließsysteme inklusive Gegensprecheinrichtung sowie eine zentrale Alarmierungsanlage. Folgen bald weitere Pflichtschule-Standorte? Das bleibt abzuwarten. Zum einen sollen zunächst die Erfahrungen des Pilotprojekts ausgewertet werden. Zum anderen ist die Umsetzung kostspielig, sind doch viele Schulgebäude groß und in die Jahre gekommen.  

Jede Schule erhält Sicherheitsmappe
Was jedenfalls umgesetzt wird: Jeder Schulstandort in Graz erhält im Laufe des nächsten Schuljahres eine digitale, individuelle Sicherheitsmappe, deren Details man bewusst nicht kommuniziert. Nicht errichtet werden vorerst eigene Sicherheitsräume, darüber gibt es noch keine Einigung. Und der erhoffte Ausbau der Schulsozialarbeit trifft auf finanzielle Hürden.

„Wir werden nicht jeder Eventualität vorbeugen, aber durch gute Vorbereitung, klare Zuständigkeiten und abgestimmtes Vorgehen Schlimmeres verhindern können“, sagt Hohensinner. Die Systeme sollen jedenfalls primär im Hintergrund wirken und den Schulalltag nicht dominieren, aber im entscheidenden Moment rasch verfügbar sein. 

Beirat für Gewaltprävention: Zwei Untergruppen tagen weiter
Auch das Land Steiermark hat als Folge der Amoktat einen Beirat für Gewaltprävention eingerichtet. Im Oktober wurde ein Zwischenbericht präsentiert, der unter anderem die Überarbeitung von Notfallkonzepten an den Bildungseinrichtungen sowie die Schaffung von Gebäudebeschreibungen zur besseren Orientierung für Einsatzkräfte umfasst. Eltern sollen besser beraten werden, der Umgang mit digitalen Geräten in den Fokus rücken. Zwei der fünf Untergruppen blieben erhalten und tagen weiterhin.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Steiermark
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung