Alpine Pionierleistungen, aber auch politische Verstrickungen – ein Buch erzählt von der Edelweißgilde Kitzbühel. Eine exklusive Vereinigung außergewöhnlicher Alpinisten, die seit nunmehr 100 Jahren besteht. Die Anfänge waren alles andere als einfach.
Sie ist eine Tiroler Institution und feierte im vergangenen Jahr ihren 100. Geburtstag – die Edelweißgilde Kitzbühel. Als „Alpine Gesellschaft“ – wie es heißt – war die Edelweißgilde stets eine Seilschaft außergewöhnlicher Kletterer und Bergsteiger, die vor allem für das alpine Freiklettern steht.
Die Erschließung des Ostkaisers war in den Gründungsjahren der prägende Antrieb der Pioniere.
Die „Gildinger“ haben in den vergangenen hundert Jahren mit ihren alpinen Großtaten nicht nur in den Wänden des Wilden Kaisers ihre Spuren hinterlassen, sondern auch das politische und gesellschaftliche Leben im Raum Kitzbühel geprägt.
Autoren erzählen über die Jahre 1925 bis 1952
Ein neues Buch begibt sich auf die Spur der Edelweißgilde Kitzbühel. Der Alpinjournalist Nicholas Mailänder und der Kitzbüheler Gilde-Insider Peter Brandstätter spannen den Bogen von den Anfängen im Jahr 1925 über den Austrofaschismus bis zur Nachkriegszeit. Eine bewegte Epoche. Elf sehr aktive Bergsteiger um den über die Landesgrenzen hinaus bekannten Alpenvereinsfunktionär Otto Zimmeter standen am Beginn. Sie gründeten die Gilde, die in der Folge rasch wuchs.
In ihrem Buch „Könige im Wilden Kaiser“ erzählen Mailänder und Brandstätter über spektakuläre Erstbegehungen und andere Pionierleistungen der Gildenbrüder. Sie beleuchten aber auch deren politische Gesinnung, die wesentlichen Einfluss auf Kultur und Politik in der Region hatte und mit dem Erstarken des Nationalsozialismus zur Zerreißprobe für den Alpinverein wurde.
Trotz vieler Zerwürfnisse überstand die Edelweißgilde diese Zeit. Nach dem Krieg konnten so manche zerbrochene Freundschaften mithilfe der gemeinsamen Leidenschaft Berg wieder gekittet werden und der Verein stieg zu neuen Höhen auf.
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