Vor 50 Jahren blickte die Sportwelt nach Innsbruck. Zum zweiten Mal fanden 1976 in Tirol Olympische Winterspiele statt. Ein Blick zurück in bewegenden Bildern, die von Triumphen und Skandalen erzählen.
In Italien werden gerade Olympia-Medaillen vergeben, sportliche Höchstleistungen erbracht und vor den Augen der Welt so manches persönliche Drama in den Schnee geschrieben. Die 25. Olympischen Winterspiele sind vor allem ein mediales Großereignis.
Im Februar 1976 stand Innsbruck im Rampenlicht. Zum zweiten Mal nach 1964 brannte in der Tiroler Landeshauptstadt das olympische Feuer – auch im Herzen vieler Einheimischer, die sich noch gut an das Großereignis erinnern können.
Sparsamkeit gelobt und viele Medaillen versprochen
Im eben erschienenen Buch „Olympische Winterspiele in Innsbruck“ (Universitätsverlag Wagner) wird die Bedeutung der Spiele für Tirol und das Selbstverständnis Innsbrucks als Sportstadt ausführlich beleuchtet. Die Historiker Joachim Bürgschwentner, Matthias Egger und Wolfgang Meixner fungieren als Herausgeber und konnten aus dem reichen Fotoschatz des Innsbrucker Stadtarchivs schöpfen. Die Bilder wecken Erinnerungen an ein Event, bei dem die Politik Sparsamkeit gelobte und die Sportfunktionäre einen Goldregen für die heimischen Athleten vorhersagten.
Letzterer blieb aus, aber der Sieg von Franz Klammer am Patscherkofel überstrahlte ohnedies alles. Österreich hatte wieder einen Kaiser und die anfänglichen Schneesorgen waren kein Thema mehr. Man hatte aus den Erfahrungen der Spiele 1964 gelernt und so lieferten zwischen 8. und 27. Jänner Lkw täglich fast 9000 Kubikmeter Schnee vom Brenner zum Patscherkofel.
Hansi Hinterseer: „Da haben wir uns geschämt“
Keine Schneeprobleme hatten die Maskottchen der Spiele. Ob als Schlüsselanhänger oder als zwei Meter große Stimmungsmacher im Zielraum – die Schneemandln mit Tirolerhut blieben lange im kollektiven Gedächtnis. Ebenso der viel diskutierte goldene Anzug, den die österreichische Delegation bei der Eröffnungsfeier trug.
Wie Olympia-Teilnehmer Hansi Hinterseer in einem hörenswerten Podcast des Stadtarchivs Innsbruck erzählt, haben sich die Sportler in dem symbolträchtigen Outfit „so geschämt“, weil das Gold als Affront gegenüber den anderen Nationen und als zusätzlicher Druck für das eigene Team empfunden wurde.
Olympische Winterspiele 1976 in Innsbruck. Sie prägen die Stadt bis heute, sie haben doch mehr gekostet als die zuerst kolportierten 500 Millionen Schilling und sie haben neue Helden geformt. Für viele Österreicher sind sie bis heute eine schöne Erinnerung.
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