Während Österreich im März friert, wird im Süden schon geradelt. Die „Radkrone“ hat Italiens Wasserstadt erkundet.
Nach dem Winter wird bei vielen, die Sehnsucht nach Radfahren wieder größer, und wer schon Lust auf die ersten Frühlingskilometer hat, muss nur – wie die „Radkrone“ einen Abstecher Richtung Süden machen. Bei unserer Ausfahrt mit dabei ist ein schnelles SCOTT Addict Gravel 10, ausgestattet mit der elektronischen SRAM Force 13-fach-Schaltung, dazu milde Temperaturen und Meeresluft: Besser kann die Radsaison kaum starten.
Wer aber von einer Genussradreise „durch Venedig“ träumt, muss genau unterscheiden. Das Radparadies liegt nicht zwischen der weltbekannten Rialto-Brücke, Markusplatz und Dogenpalast, sondern draußen auf den Inseln Lido und Pellestrina, welche Venedig von der Adria trennen.
Mit Fähre und Fahrrad
Und so ist unser Ausgangspunkt Punta Sabbioni, wo aktuell ein neuer, großer Wasserterminal entsteht. Mit der Fähre geht’s bequem auf die Insel. Wie viele Fahrräder mitgenommen werden, entscheidet der Kapitän – gerade deshalb ist das Frühjahr ideal, weil noch genügend Platz an Bord ist.
Unterwegs treffen wir auf der Fähre ein österreichisches Pensionisten-Ehepaar, das den gesamten Winter am Meer verbringt und mit den E-Bikes Italien erkundet. Sofort wird fachgesimpelt, über Radtouren, Tipps und die allerneuesten E-Bike-Innovationen, die Bosch heuer im Frühjahr präsentieren wird.
Die elf Kilometer lange Insel Lido di Venezia selbst ist dabei kein Ort für Rekordtouren. Hier werden entlang toller Radwege und verkehrsarmer Straßen Eindrücke statt Kilometer gesammelt. Blicke aufs Meer, auf Villen, alte Hotels, kleine Seitengasse und breite Küstenabschnitte.
Vorbei geht’s am Gelände der Biennale, wo bei den 83. internationalen Filmfestspielen heuer wieder großes Kino geschrieben wird. Noch ist es aber ruhig, doch die Kulisse erinnert schon jetzt daran, dass hier in wenigen Monaten wieder Weltstars über den roten Teppich ziehen werden – der aktuell noch mit Plastik abgedeckt ist.
Ganz im Süden des Lido verändert sich die Szenerie spürbar. Die „Area Protetta degli Alberoni“ zeigt eine Seite der Lagune, die viele nicht erwarten. Dünen, Pinienwald und Feuchtgebiete bilden hier einen der letzten natürlichen Küstenabschnitte der Region.
Pellestrina: Die ruhige Seite der Lagune
Alexandra, eine Kärntnerin, die die „Radkrone“ bei der Ausfahrt in die Lagune von Venedig begleitet, ist begeistert: „Hier fühlt es sich wirklich so an, als wäre die Zeit stehen geblieben. Man kann abschalten und einfach die salzige Meeresluft und das Rauschen der Wellen genießen. Herrlich“.
Wer vom Lido weiter nach Süden will, setzt mit einer weiteren Fähre von Alberoni nach Santa Maria del Mare über und landet so auf der schmalen Insel Pellestrina, die sich wie das ruhige Gegenstück zum mondänen Lido anfühlt.
Die klassische Radtour über beide Inseln umfasst rund 45 Kilometer hin- und retour. Nur im „Ca’ Roman“-Naturschutzgebiet auf Pellestrina darf nicht geradelt werden, denn das Areal zählt zu den wertvollsten Vogelrastplätzen an der oberen Adria.
Nach ein paar Stunden purem Radgenuss in der Lagune von Venedig lehnt das SCOTT Gravelbike am Geländer, der Espresso ist in der Hand – und während die Fähre langsam wieder Richtung Festland ausläuft, weiß man: Genau dafür fährt man als Radfahrer im März Richtung Süden.
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