Autofreie Tage

Von der Vision zum Kult: Kärntens Rad-Wunder!

Radkrone
07.05.2026 14:39

Es begann mit einer kühnen Idee, die viele für verrückt hielten – und endet in einem Massenphänomen, das Kärnten seit 30 Jahren bewegt.

Die autofreien Tage rund um den Wörthersee und den Ossiacher See in Kärnten haben heuer mit Rekordzahlen gezeigt, wie stark der Trend zum Radfahren geworden ist. 50.000 Menschen am Wörthersee, 30.000 am Ossiacher See – Zahlen, die vor drei Jahrzehnten niemand für möglich gehalten hätte.

Damals, im Jahr 1996, stand am Anfang kein Großevent, sondern eine Vision. Initiator Franz Widrich, heute längst in Pension, aber noch immer mit dem Rad dabei, wollte mit der „Krone“ etwas anderes schaffen. „Wir wollten die Menschen auf das Rad bringen, die sonst nie fahren“, erinnert sich sein Sohn Martin Widrich, der die Veranstaltung selbst seit 25 Jahren organisiert.

Die Premiere damals hatte familiären Charakter. „Start in Klagenfurt, rund 250 Teilnehmer, zwei Drittel davon Verwandte“, erzählt Widrich der „Radkrone“.

 Doch schon damals war klar: Wenn’s funktionieren soll, dann nicht im Kleinen. Der See muss für Autos gesperrt werden.

Kärntens Radpioniere: Franz Widrich und sein Sohn Martin stehen hinter den autofreien Tagen: ...
Kärntens Radpioniere: Franz Widrich und sein Sohn Martin stehen hinter den autofreien Tagen: „Wir wollten Menschen aufs Rad bringen.“ Und es ist den beiden sichtbar gelungen.(Bild: Hannes Wallner)

Ein Gedanke, der jedoch vor 30 Jahren für viel Kopfschütteln sorgte. Gemeinden, Behörden, Polizei – überall hieß es: „Das geht nicht.“

Und es ging doch. Mit politischem Rückhalt, Überzeugungsarbeit und einer Portion Sturheit. „Der Widerstand war groß. Anrainer klagten, Unternehmer fürchteten Verluste“, so der Organisator: „Unser Motto lautete damals: Wenn wir es einmal schaffen, dann schaffen wir es immer!“

Die „Krone“-DNA als Erfolgsrezept
Ein kleines Detail entpuppte sich als Schlüssel zum Erfolg: der Termin. Der letzte Sonntag im April – kein Zufall, sondern das Ergebnis akribischer Auswertung alter „Krone“-Aufzeichnungen. „Wir hätten einen Mai-Termin nehmen können, aber wir sind nach der Statistik gegangen. Das war goldrichtig“, so Widrich: „Und immer wenn wir vom Termin abwichen, etwa wegen der Bundespräsidentenwahl, kam Regen.“

Diese enge Verbindung zur „Krone“ ist bis heute spürbar. Die autofreien Tage stehen für Erlebnis und für Bewegung für alle. Genau diese „Krone“-DNA macht den Unterschied.

Mit den Jahren wuchs aus der Idee eine Bewegung. „Heute freuen sich alle“, sagt Widrich. Dass diese Erfolgsgeschichte über Jahrzehnte tragen konnte, liegt an starken Partnern, die von Anfang an an die Idee geglaubt haben. Unternehmen wie Kelag, Generali, Hirter Brauerei und Volksbank begleiten die autofreien Tage teils seit Jahrzehnten. Widrich: „Sie haben mitgeholfen, aus einer Vision ein stabiles, professionelles Großevent zu formen – und zeigen, wie eng Wirtschaft und regionale Identität hier zusammenspielen.“

Vom Wörthersee zum Ossiacher See
Der Erfolg blieb nicht auf den Wörthersee beschränkt. Über Kontakte kam die Idee an den Ossiacher See. Anfangs vorsichtig, heute etabliert und heuer mit mehr als 30.000 Teilnehmern so stark wie nie. Und wer einmal selbst radelnd unterwegs war, versteht diese Magie. Zwischen den beiden autofreien Tagen hat sich ein weiteres Kapitel entwickelt: die Velovista, eine achttägige Genussradreise quer durch Kärnten.

 Diese Genussradreise verbindet, was heute den Radtrend ausmacht – Bewegung, Landschaft, Kulinarik. „Die Zukunft liegt im Genuss“, ist der Radevent-Pionier überzeugt. „Die Leute radeln, kehren ein, erleben etwas.“ Und so ist aus einer Idee, die einst belächelt wurde, eine Erfolgsgeschichte geworden, die zeigt, wie sehr sich das Radfahren verändert hat: Denn heute radelt ein ganzes Land.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Kärnten aktiv unter Wahrung der redaktionellen Unabhängigkeit.

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