Ein besonderes Passionskonzert mit Werken von Michael Floredo war am Samstagabend in der Dornbirner Stadtpfarrkirche Sankt Martin zu erleben. Das Publikum bedankte sich mit Standing Ovations.
Seit 30 Jahren ist der Altacher Michael Floredo, geboren 1967, ein sehr engagierter, zuweilen fast missionarisch tätiger Komponist inhaltsreicher Musik, der mehrere wichtige Preise erhalten hat. Neben seinem regulären Kompositionsstudium am damaligen Landeskonservatorium in Feldkirch bei Gerold Amann erhielt er eine Ausbildung beim legendären Organisten und Komponisten Augustinus Franz Kropfreiter am Stift Sankt Florian bei Linz.
Eine Uraufführung
In den letzten Jahren ist es ruhiger um Floredo geworden. Umso erfreulicher erlebte man das Konzert am Samstagabend in der Stadtpfarrkirche Dornbirn Sankt Martin, bei dem hauptsächlich Kompositionen von Michael Floredo erklangen, vor allem aber eine Uraufführung, und ihn selbst mit einer Improvisation an der Orgel. Das von Floredo uraufgeführte Werk war dem von den Nazis hingerichteten Priester Carl Lampert gewidmet und wurde am Violoncello dargeboten von Isabella Fink. Mit mehrstimmigen Klängen spieltechnisch anspruchsvoll, drückte es die Dramatik des Schicksals von Lampert aus, aber auch sein Finden eines inneren Friedens.
Eine Orgel, die den ganzen Raum ausfüllt
Ähnlich, wenn auch nicht persönlich gebunden, zeigte sich das Orgelwerk „Nacht“ von 2002, zu dem Floredo von einem Gedicht Robert Schneiders inspiriert wurde. Aufwühlende Klänge von großer Macht münden schließlich in eine große Ruhe: die „älteste Stimme (…) sang als ein Kind“. Es ist kein Zufall, dass der Organist und Initiator dieses Konzerts, Jürgen Natter, gerade Dornbirn Sankt Martin als Konzertort wählte, denn die große Behmann-Orgel ist in ihrer Klangpracht und den Möglichkeiten einzigartig – und zwar im ganzen Bodenseeraum. Jürgen Natter zeigte dies schon zu Beginn des Konzerts mit einer kurzen, aber wirkungsvollen Toccata von Max Reger.
Expressionismus pur
Nach der Uraufführung durch das Violoncello mit Isabella Fink war ein weiterer Höhepunkt des Konzertes mit Michael Floredos „Kreuzwegstationen“ für Sopran, Schlagwerk und Orgel erreicht. Eingerahmt von zwei ruhigen Orgelparaphrasen mit Chorälen von Johann Sebastian Bach ereignete sich bei diesem frei getexteten Kreuzweg Expressionismus pur. Besonders die Sopranistin Coco Lau musste ans Äußerste gehen, einen weiten Stimmambitus ausfüllen und sich bis hin zu ekstatischem Schreien steigern. Sie erfüllte diese Anforderungen beeindruckend, wobei hier, besonders aber beim vorausgegangenen Werk Floredos, dem „Liebeslied aus den Psalmen Salomons“ von 1995, Schwächen in Klangführung und Intonation nicht zu überhören waren. Bei beiden Stücken war Markus Lässer mit seinem Schlagwerk an der Seite der Sängerin.
Zum Abschluss zog Floredo die Register
Während alle Orgelstücke des Konzerts Jürgen Natter spielte, trat zuletzt Michael Floredo selbst an den dreimanualigen Spieltisch der großen Behmann-Orgel und präsentierte eine klug aufgebaute Improvisation. Die erfreulich zahlreichen Besucher zeigten sich beeindruckt von dieser sinnreich gestalteten Konzertstunde und dankten mit Jubel und Standing Ovations.
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