Seit sechs Jahren sitzt ein Drogenhändler (44) in Oberösterreich in Haft. Aus seiner Gefängniszelle organisierte er den Schmuggel von zwei Kilo Kokain aus Kolumbien. Doch das ging schief. Nun kommen weitere 13 Jahre dazu, die der „Mann mit dem Koks“ hinter Gittern verbringen wird.
Eine Salzburgerin (36) wurde im März in einem Flugzeug am Flughafen im kolumbianischen Bogota verhaftet. Sie hatte einen präparierten Koffer mit zwei Kilo Kokain bei sich. Nach ihrer Verurteilung im Sommer – sie bekam viereinhalb Jahre Haft – standen ab Mitte September ihr Ex-Freund (35) und der mutmaßliche Strippenzieher (44) in Salzburg vor Gericht. Der „Ex“ – er sollte ursprünglich den Koffer mit dem Koks abholen – legte ein Geständnis ab. Der Drahtzieher bestritt die Vorwürfe.
Besonders pikant:
Es handelt sich um einen Sträfling, der seit 2019 in einem oberösterreichischen Gefängnis eine achteinhalbjährige Strafe verbüßt. Die Zeit hinter Gittern dürfte aber keinen sonderlichen Läuterungseffekt gehabt haben. Er hatte die Deals aus der Zelle mit einem eingeschmuggelten Smartphone organisiert.
„Glauben Sie, ich bin dumm?“
Beim ersten Verhandlungstag hatte der 44-Jährige noch wenig Einsicht gezeigt: „Ich habe damit nichts zu tun und habe keine Kontakte hergestellt.“ Sein Kolumbien-Kontakt sei vor Jahren gestorben. Und zur Staatsanwältin sagte er frech: „Glauben Sie, ich bin dumm? Warum soll ich das nach sechs Jahren in Haft machen?“
(Zu) spätes Geständnis brachte auch nicht viel
Bei der Fortsetzung des Prozesses am vergangenen Donnerstag besann sich der Organisator und legte dann doch noch ein Geständnis ab. Das hätte er sich wohl sparen können, sonderlich strafmildernd wirkte sich dieses nicht aus: zwölf Jahre und elf Monate Haft. Sein ebenfalls vorbestrafter Komplize bekam zehn Jahre und acht Monate aufgebrummt, beide Urteile nicht rechtskräftig.
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