Geruch von Freiheit mittels illegaler Geschäfte! Die Kriminalität macht auch nicht an unseren Gefängnistoren halt: Drogenhandel und Handyschmuggel für Social Media sowie sonstige Kontakte nach außen florieren hinter Gittern. 16 Häftlinge starben an einer Überdosis, 2500 Mobiltelefone wurden in Zellen beschlagnahmt.
Nicht nur der Tod eines psychisch kranken Häftlings in Hirtenberg (NÖ) rückt die mit mehr als 9200 Häftlingen völlig überfüllten 28 heimischen Justizanstalten in den Fokus der Öffentlichkeit. Eine Reihe von parlamentarischen Anfragen der FPÖ an das SPÖ-geführte Justizministerium offenbart weitere brisante Details zu den Zuständen hinter Gittern.
16 Drogentote hinter Gittern
So enthüllt der große Häfenreport, dass binnen drei Jahren von 2023 bis 2025 gleich 16 verurteilte Straftäter an einer Überdosis in ihren Zellen starben. Die gängigen Suchtmittel sind Cannabis, Kokain, Opiate, Amphetamine sowie unterschiedliche neue psychoaktive Substanzen.
Auch die Zahl der U-Häftlinge und bereits verurteilten Straftäter, die sich in einem staatlichen Substituionprogramm befinden, für das wir Steuerzahler aufkommen müssen, ist alarmierend. Mehr als 3000 Insassen befanden sich wegen ihrer Abhängigkeit in medizinischer Betreuung, damit ist praktisch jeder dritte Häftling suchtgiftkrank.
Raffinierter Schmuggel in Wäschepaketen und flüssig auf Briefpapier
Bei den illegalen Geschäften ist man einfallsreich. Geschmuggelt wird in Wäschepaketen, genauso wie in Briefen, wo das Suchtgift flüssig wie Tinte auf das Briefpapier in Form von geschriebenen Buchstaben und Texten aufgetragen wird und dann in der Zelle „konsumiert“ wird.
Der Drogenschmuggel und Drogenhandel floriert in Österreichs Gefängnissen! Es gibt zu wenig Personal und Spürhunde für Razzien in Zellen.

FPÖ-Abgeordneter Christian Lausch
Bild: FPÖ
Der blaue Abgeordnete Christian Lausch, selbst ausgebildeter Justizwachebeamter, übt heftige Kritik: „Für Zellenrazzien gibt es zu wenig Personal und Spürhunde. Die Justizministerin schaut einfach weg und unternimmt nichts dagegen.“
Dasselbe Bild ergibt sich auch in Sachen verbotener elektronischer Kommunikation. Solange ein Handy hinter Gittern das vierfache wie auf dem normalen Markt kostet, ist der Schmuggel Alltag. Binnen drei Jahren wurden 2500 Handys beschlagnahmt. Die Dunkelziffer ist natürlich ungleich höher.
Posten aus der Zelle ist illegales Tagesgeschäft
Auch Social Media direkt im Häfen ist offenbar Tagesgeschäft. Der blaue Nationalrat: „Immer mehr verurteilte Straftäter sind sehr aktiv und posten aus der Zelle.“ Besonders die Plattform „Reddit“ scheint beliebt zu sein, regelmäßige Beiträge von aktuell in einer österreichischen Strafanstalt inhaftierten Personen würden dort veröffentlicht werden. Verbotene Kommunikation soll aber auch über TikTok und Instagram laufen.
In Beantwortung der FPÖ-Anfrage betont das Justizressort, keine gesicherten Informationen vorliegen zu haben. Christian Lausch: „Das Problem ist aktuell und überbordend, und die Justizministerin will angeblich nichts darüber wissen.“ Seitens des Ministeriums wird aber betont, dass im Straf- und Maßnahmenvollzug „ein Bündel organisatorischer, personeller und technischer Maßnahmen“ gesetzt wird. Und: Sofern ein strafrechtlicher Bezug besteht, würden zudem erforderliche Auskunfts- und Löschungsversuche erfolgen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.