Das neue Frankfurter „Tatort“-Team überzeugt auch mit der dritten Folge „Fackel“. Die Ermittler ergründen die kriminellen Hintergründe eines tödlichen Hochhaus-Brandes. Lesen Sie hier das „Krone“-Protokoll.
Das neue „Tatort“-Team aus Frankfurt hat sich schnell in die Herzen der Krimifans gespielt. Die erste Folge „Dunkelheit“ wird nun sogar mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Und auch in ihrem dritten Fall „Fackel“ überzeugen die Cold-Case-Kommisare Maryam Azadi und Hamza Kulina durch ihre ruhige Professionalität – weder Klamauk noch künstliches Drama haben hier Platz, es geht einzig um den Fall. Und der geht diesen Sonntag (20.15 Uhr, ORF 2) unter die Haut.
Nach dem Vorbild des Feuers im Londoner Grenfell Tower, bei dem 72 Todesopfer zu beklagen waren, ermittelt das Duo fünf Jahre nach einem Hochhaus-Brand im Migranten-Viertel Frankfurts: „Uns ging es dabei nicht um eine 1:1-Adaption, sondern um die emotionalen und gesellschaftlichen Dimensionen solcher Katastrophen“, so Regisseur Rick Ostermann.
Dass das Team ausschließlich alte Fälle neu aufrollt, könnte leicht zu mangelnder Spannung führen. Doch Ostermann löst das Problem elegant durch einen Ausschuss, dem binnen drei Tagen Ergebnisse vorgelegt werden müssen – die Uhr tickt. Schnell stellt sich heraus, dass viel mehr als tragische Zufälle hinter dem tödlichen Feuer stecken. Der Fall entwickelt eine politische Dimension. Gleichzeitig verliert der Krimi nicht die Opfer und deren Leid aus den Augen. Kommissar Kulina ist dabei das perfekte erzählerische Bindeglied, da er selbst ganz in der Nähe des Unglücksorts aufgewachsen ist.
So verwebt „Fackel“ ohne Brechstange die Schicksale der Opfer (grandios in ihrer Gastrolle als Kulinas Ex-Freundin: Seyneb Saleh), einen weitreichenden Skandal und das persönliche Leben der Ermittler miteinander zu einem Krimi-Kunstwerk samt erschütterndem Ende. Melika Foroutan und Edin Hasanović bringen einen neuen, modernen Typ Ermittler in die „Tatort“-Reihe. Hoffentlich versorgen sie uns künftig noch mit vielen weiteren Fällen.
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