Wegen Klimawandel

Forscher in NÖ schlagen Alarm: Tropen-Gift im Mais

Niederösterreich
28.05.2026 05:00

Der Klimawandel erreicht unsere Äcker: Ein seltenes Schimmelpilzgift aus den Tropen wurde jetzt auch im heimischen Mais entdeckt. Niederösterreichische Forscher fordern mehr Studien …

Es ist ein Fund, der aufhorchen lässt: Erstmals wurde im Tullnerfeld (NÖ) das hochgiftige Schimmelpilz-Toxin Aflatoxin B1 in Mais nachgewiesen – und das sogar über dem EU-Grenzwert. Noch besteht kein Grund zur Panik, doch Experten sehen darin ein ernstzunehmendes Warnsignal.

Die Entdeckung gelang Forschern der Universität für Bodenkultur Wien am Standort Tulln im Rahmen eines Langzeitprojekts. Eigentlich stand ein ganz anderes Ziel im Fokus, doch dann tauchte plötzlich die böse Überraschung  auf.

„Als uns der Nachweis gemeldet wurde, waren wir ziemlich überrascht. Wir konnten es kaum glauben und haben die Messungen wiederholt“, berichtet Chemiker Dr. Stephan Freitag.

Schimmelpilz-infizierter Maiskolben: ein Phänomen mit bösen Folgen.
Schimmelpilz-infizierter Maiskolben: ein Phänomen mit bösen Folgen.(Bild: BOKU University)

Ein „afrikanisches Problem“, das näher rückt
Aflatoxin B1 zählt zu den stärksten natürlich vorkommenden Giften und wird von Schimmelpilzen gebildet, die Wärme und Trockenheit lieben. Bedingungen, die auch in Ostösterreich immer häufiger auftreten. Genau darin sehen Fachleute einen potenziellen Zusammenhang mit dem Klimawandel. Besonders erschreckend: Bereits in geringer Dosis kann Leberkrebs ausgelöst werden, in Teilen Afrikas schon längst bittere Realität!

Noch ist unklar, wie verbreitet das Problem hierzulande tatsächlich ist. Einzelne Nachweise gab es bereits, doch umfassende Daten fehlen. Freitag betont: „Das konkrete Risiko ist schwer einzuschätzen – dafür brauchen wir mehr Studien und vor allem mehr Monitoring.“

Zitat Icon

Dieses Schimmelpilz-Toxin ist jedenfalls giftiger als die in Österreich eingesetzten Spritzmittel. Das konkrete Risiko ist aber noch schwer einzuschätzen. 

Dr. Stephan Freitag, BOKU Wien

Mehr Kontrollen auf heimischen Äckern gefordert
Für die Wissenschaft ist der Fund vor allem eines: ein Hinweis darauf, genauer hinzusehen. Künftig soll verstärkt untersucht werden, wie häufig solche Toxine in heimischen Kulturen auftreten und welche Regionen besonders betroffen sein könnten.

Die Botschaft ist klar: Keine akute Gefahr, aber ein gesundheitstechnisches Thema, das man im Auge behalten sollte. Denn mit steigenden Temperaturen könnten auch bislang seltene Risiken in Österreich häufiger werden.

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