Offizier ging joggen
Fitness-App enthüllt Standort von Kriegsschiff
Ein junger Offizier der französischen Marine hat sich an Bord eines Flugzeugträgers um seine Fitness gekümmert und ist joggen gegangen. Was der Offizier wohl nicht bedacht hat: Eine Fitness-App hat seinen genauen Standort aufgezeichnet – und damit auch den des Schiffes enthüllt!
Nur gut eine halbe Stunde brauchte der junge Offizier am 13. März für seine 7,2 Kilometer lange Joggingrunde auf dem Schiff im Mittelmeer. Jetzt weiß allerdings alle Welt, wo genau im Mittelmeer er gelaufen ist – und noch viel wichtiger: Wo sich der Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ befindet.
Sein Training hatte der Mann nämlich auf seinem öffentlichen Profil der Fitness-App Strava protokolliert, wie mehrere Medien unter Berufung auf die französische Zeitung „Le Monde“ schreiben. Auf Strava können die Nutzer ihre sportlichen Aktivitäten aufzeichnen und mit anderen teilen.
Die Aufzeichnungen der Joggingrunde (Name des Offiziers geändert) kursieren im Internet:
100 Kilometer von der Küste entfernt
Fast in Echtzeit konnte jeder den Standort der „Charles de Gaulle“ verfolgen, während sich der Offizier um seine Fitness kümmerte – das Schiff war im Mittelmeer nordwestlich von Zypern und rund 100 Kilometer von der türkischen Küste entfernt unterwegs. Die Aufzeichnungen der Laufrunde lassen vermuten, dass der Offizier auf dem Schiff immer hin und her gelaufen ist. Die Route verläuft äußerst zackig.
Offizier erwarten „entsprechende Maßnahmen“
Frankreich hatte die Verlegung des Flugzeugträgers Richtung Mittelmeer Anfang März angekündigt. Trotzdem sollten nicht unkontrolliert Standortdaten von Schiffen der Marine an die Öffentlichkeit gelangen. Der Läufer habe durch die Veröffentlichung der Trainingsdaten gegen die Vorschriften zur digitalen Sicherheit verstoßen, hieß es vom Generalstab der Streitkräfte zu „Le Monde“. Man werde „entsprechende Maßnahmen“ ergreifen.
Schnappschüsse von Besatzung geteilt
Das ist übrigens nicht der erste Fall dieser Art. Denn mindestens ein anderes öffentliches Profil auf der Fitness-App hat Daten von einem anderen Schiff der französischen Marine auf aktiver Mission veröffentlicht. Hier blieb es aber nicht „nur“ bei den Standortdaten: Der Nutzer teilte Schnappschüsse vom Deck, Besatzungsmitgliedern und den Trainingsgeräten auf dem Schiff.
Auch Sicherheitskräfte von Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron, Kreml-Chef Wladimir Putin und US-Präsidenten hatten in der Vergangenheit schon Trainingsdaten auf Strava geteilt – und dabei unabsichtlich ihre Identitäten verraten.









Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.