China betrachtet das selbstverwaltete und demokratische Taiwan als abtrünnige Provinz und will sie wieder mit dem Festland vereinigen – notfalls mit militärischer Gewalt. Der Druck auf die Insel ist in den vergangenen Jahren stets erhöht worden. In einer Analyse gab das US-Verteidigungsministerium im Vorjahr das Jahr 2027 als möglichen Zeitpunkt für einen Angriff an. Nun ist diese Einschätzung von US-Geheimdiensten revidiert worden.
Stattdessen versuche Peking zunächst, die Kontrolle über die Insel ohne Gewaltanwendung zu übernehmen, heißt es in einem am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten jährlichen US-Geheimdienstbericht. Einen festen Zeitplan „für eine Vereinigung“ habe die chinesische Führung demnach nicht. Die chinesischen Behörden seien sich im Klaren darüber, dass eine Invasion Taiwans „extrem herausfordernd“ sein könnte und ein „hohes Risiko“ bergen würde, „besonders im Falle einer US-Intervention“, schreiben die Geheimdienste.
China wirft USA vor, Konflikt „künstlich“ aufzubauschen
Die USA sollten „das Bedrohungsszenario durch China nicht künstlich aufbauschen“, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Stattdessen solle Washington „sein Verständnis von China korrigieren“ und in der Taiwan-Frage „vorsichtig sprechen und handeln“, fügte der Sprecher hinzu.
Der Konflikt um Taiwan geht auf den Bürgerkrieg in China zurück: Nach der Niederlage gegen die Kommunisten flüchtete die nationalchinesische Regierung damals mit ihren Truppen nach Taiwan. Die Insel wurde seither eigenständig regiert, während in Peking 1949 die kommunistische Volksrepublik ausgerufen wurde. Washington erkennt Taiwan im Einklang mit Pekings „Ein-China-Doktrin“ zwar nicht als unabhängigen Staat an, ist aber der wichtigste militärische Unterstützer der Insel.
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