Im Interview mit Katia Wagner schließt der iranische Botschafter in Österreich aus, dass Teheran sich ergeben könnte, allerdings seien Verhandlungen sehr wohl auch eine Option ...
Auch Wochen nach dem ersten Angriff auf Teheran zeichnet sich nach wie vor keine Entspannung ab. Der iranische Botschafter in Österreich, Assadollah Eshragh Jahromi, bekräftigt auch im Gespräch mit krone.tv-Infochefin Katia Wagner den Willen des Iran, weiterzukämpfen. „Dies ist nicht unser Krieg, er wurde uns aufgezwungen. Wir werden uns aber mit allen Mitteln verteidigen“, sagt er.
„Unser Oberster Führer ist wohlauf“
Nach dem bestätigten Tod des iranischen Sicherheitschefs und eines weiteren hochrangigen Beamten sei die militärische Leistungsfähigkeit des Iran nach wie vor intakt: „Unser System hängt nicht von einzelnen Personen ab. Unsere politischen Strukturen sind stabil und funktionieren.“ Laut ihm sei auch der neue Oberste Führer des Landes, Mojtaba Khamenei, entgegen anders lautender Gerüchte noch am Leben. Er habe sich zwar am ersten Tag der Angriffe „kleinere Verletzungen“ zugezogen, aber: „Er ist gesund und leitet das Land.“ Auch Mutmaßungen, wonach er in Moskau in einem Spital behandelt werde, seien falsch.
Gesprächsbereitschaft, aber nur mit Garantien
Laut dem iranischen Botschafter gebe es derzeit keine Gesprächsbasis zu den Amerikanern oder zu Israel. Den letzten Kontakt gab es wenige Tage vor dem Krieg. Dennoch sei der Iran gesprächsbereit, aber: „Es muss Garantien geben. Wir brauchen ein dauerhaftes und vollständiges Ende des Krieges, außerdem müssen alle Schäden kompensiert werden“, sagt Jahromi. Eine Aufgabe des Atomprogramms im Gegenzug sei jedoch keine Option. „Es ist unser Recht, das fortzuführen, und wir werden es auch nicht aufgeben.“
Bei einer Beendigung des Krieges wäre der Iran auch bereit, die Straße von Hormus wieder freizugeben. Sollten sich andere NATO-Staaten den USA und Israel anschließen, wäre das laut dem Botschafter „ein strategischer Fehler“.
Teilnahme an Fußball-Weltmeisterschaft unwahrscheinlich
Angesprochen auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 schließt Jahromi eine Teilnahme des Iran aus, sofern die Gruppenspiele in den USA stattfinden. „Wir sind bereit – aber nicht in den USA.“ Die Absage der Verlegung der Spiele nach Mexiko solle die FIFA noch einmal überdenken.
„Sind auf einen langen Krieg vorbereitet“
Der Iran sei jedenfalls auf einen langen Krieg vorbereitet. „Deshalb reagieren wir mit sehr schmerzhaften Gegenschlägen gegen die Vereinigten Staaten, aber auch gegen Israel.“
Das ganze Interview sehen Sie im Video oben oder am Donnerstag um 17 Uhr auf krone.tv!
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