Symbol für Todesstrafe

Israels Polizeiminister feierte mit makabrer Torte

Außenpolitik
03.05.2026 14:52

Der rechtsextreme israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir hat seinen 50. Geburtstag mit einer makabren Torte gefeiert. Diese war mit einer goldenen Henkersschlinge verziert. „Manchmal gehen Träume in Erfüllung“, stand darunter.

Das Werk sei dem Minister am Samstagabend von seiner Ehefrau Ayala übergeben worden, berichtete die Zeitung „Jerusalem Post“. Weitere Medien berichteten, dass das Schlingensymbol prominent auf mehreren Torten zu sehen gewesen sei. Die Symbolik verweise auf Ben-Gvirs Vorstoß für ein umstrittenes Gesetz, das die Todesstrafe für Terroristinnen und Terroristen ermöglicht.

Das israelische Parlament hat dieses Gesetz Ende März beschlossen. Für die Todesstrafe für Terroristinnen und Terroristen stimmten 62 Abgeordnete, 48 waren dagegen. Menschenrechtsorganisationen legten allerdings Beschwerde beim höchsten Gericht ein. Daher ist es noch ungewiss, ob es tatsächlich zur Umsetzung kommen wird oder nicht.

Torte von Familie gebacken
Die Torte mit dem Schlingensymbol soll von der Familie des rechtsextremen Polizeiministers gemacht worden sein. Sie war von Schlagobers-Rosetten verziert, die Glückwünsche in Hebräisch verfasst. An der Feier zum 50. Geburtstag nahmen auch hochrangige Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte sowie politische Verbündete teil.

Hier sehen Sie Aufnahmen von der makabren Torte:

Kritik von Opposition
Mitglieder der Opposition hätten die Teilnahme der Sicherheitskräfte an der Feier kritisiert, berichtete die „Jerusalem Post“. Das Symbol auf den Torten spiegle eine Politikrichtung wider, die auf staatliche Hinrichtungen abziele, schrieb das Medium „Middle East Eye“ auf Social Media. Ben-Gvir habe immer wieder Politiken vorangetrieben, die Menschenrechtsorganisationen als diskriminierend und extrem verurteilt hätten.

„Das Ganze ist kein Witz (...). Ein Regime, das den Galgen in einen Geburtstagskuchen verwandelt, hat keinen Anspruch auf Moral“, schrieb Journalistin Hala Jaber auf der Plattform X. Auf diese Weise würden Hinrichtungen von Palästinenserinnen und Palästinensern gefeiert, „während die Armee den Libanon und Gaza besetzt, bombardiert und zerstört“. Kritikerinnen und Kritiker sagen, dass das Gesetz rassistisch sei, weil es de facto nur Menschen aus Palästina betrifft.

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