Langsam – das ist das Wort, das meinem heutigen Fasten-Abenteuer gerecht wird. Ohne Auto, dafür mit gleich zwei E-Scootern, bestreite ich den Arbeitsalltag; und friere dabei.
Man sollte meinen, ein E-Scooter sei die simpelste und praktischste Antwort auf urbane Fortbewegung: Die Dinger stehen ja überall herum, die Handhabe ist relativ einfach, man kommt damit an sein Ziel. In der Praxis entpuppt sich das Ganze allerdings eher als Mischung aus Schnitzeljagd und Charaktertest – willkommen zum zweiten Tag meines Auto-Fastens. Mein roter Flitzer bleibt wieder daheim am Parkplatz stehen, stattdessen suche ich mir ein türkises Gefährt.
E-Scooter hilft beim Entschleunigen
Und ja, der Tag beginnt mit einer Suche. In meiner Wohngegend in Klagenfurt, nahe der Uni, stapeln sich die E-Scooter normalerweise – heute finde ich das erste Exemplar erst ein paar Straßen weiter; halb versteckt, halb vergessen.
Ich wische die regennasse Lenkstange ab, steige auf, drücke beherzt den Startknopf – und rolle los. Oder besser: ich schleiche. Denn schon nach wenigen Metern wird klar, dass dieser Scooter seine besten Tage hinter sich hat. Die Geschwindigkeit pendelt sich bei flotten sieben Stundenkilometern ein; entlang des Lendkanals, wo es selten leicht bergauf geht, sind es noch weniger. Auch so kann Entschleunigung funktionieren.

Was in etwa dem Tempo eines ambitionierten Spaziergangs entspricht, stellt sich als (fast) leerer Akku heraus. Ich parke also meinen Scooter und die Suche beginnt von vorne
In Fahrt mit neuem Scootermodell
Und der zweite Versuch verläuft vielversprechender: Mein neues Scooter-Modell scheint noch an seine Aufgabe zu glauben und beschleunigt tatsächlich auf die stolzen 21 km/h, die erlaubt sind. Der Fahrtwind pfeift mir entgegen – und mit ihm die Erkenntnis, dass meine Finger langsam streiken. Morgen packe ich Handschuhe ein, denke ich.
Das Radargerät, vor dem ich normalerweise immer pflichtbewusst abbremse, tangiert mich heute kaum – denn mehr als die erwähnten 21 km/h sind schlicht nicht vorgesehen. Und kurz darauf komme ich auch schon leicht durchgefroren, aber definitiv munter und mit dem Gefühl, etwas erlebt zu haben, an.
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