Für Spitalspatienten

Deal mit Ischl: Steirer zahlen 3,8 Millionen Euro

Steiermark
17.03.2026 16:14

Neuland betreten die Steiermark und Oberösterreich in der Versorgung von Gastpatienten: Mit 1. April tritt ein Vertrag in Kraft, wonach das Klinikum Bad Ischl knapp vier Millionen Euro für die Übernahme Hunderter steirischer Patienten erhält. Bald soll ein ähnlicher Deal mit Salzburg stehen. 

„Meine Worte waren immer: Die Gesundheitsversorgung darf nicht an den Bundesländergrenzen enden. Ich bin froh, dass nun Taten folgen.“ Hörbar stolz präsentierte der steirische ÖVP-Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl am Dienstag Details zum Kooperationsvertrag mit Oberösterreich und lobte die dort zuständige Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander. Man sieht sich, gerade mit Blick auf die eskalierende Gastpatientendebatte in Wien, als Vorreiter in Österreich. „Diese Kooperation könnte für den Bund und andere Bundesländer eine Initialzündung sein“, hofft auch FPÖ-Klubobmann Marco Triller.

Darum geht es konkret: Im LKH Bad Aussee wird mit April die kleine Chirurgie aufgelöst, zuletzt gab es dort nur knapp 600 stationäre Patienten pro Jahr. Die Versorgung soll zum einen das steirische Landeskrankenhaus in Rottenmann, zum anderen das nur 25 Kilometer entfernte Salzkammergut-Klinikum in Bad Ischl übernehmen.

Gesundheitsfond-Geschäftsführer Michael Koren, Landesrat Karlheinz Kornhäusl, FPÖ-Klubobmann ...
Gesundheitsfond-Geschäftsführer Michael Koren, Landesrat Karlheinz Kornhäusl, FPÖ-Klubobmann Marco Triller und Kages-Vorstandschef Gerhard Stark (von links)(Bild: Christian Jauschowetz)

Steirer zahlen fünf Dienstposten
Dort werden schon jetzt knapp 300 stationäre Aufnahmen von Steirern und 2500 ambulante Versorgungen registriert. Künftig sollen es etwas mehr sein – und es fließt extra Geld aus der Steiermark. Der Gesundheitsfonds rechnet mit 440 stationären Patienten aus dem Bezirk Liezen pro Jahr, wobei man erst ab dem 141. zahlt. Dazu kommen 3000 ambulante Behandlungen, hier sind die ersten 1000 Patienten „gratis“.

Laut Gesundheitsfonds-Geschäftsführer Michael Koren kalkuliert man damit, 3,78 Millionen Euro pro Jahr an die oberösterreichische Gesundheitsholding zu überweisen. Inkludiert ist darin ein „Personalpaket“ um 550.000 Euro, damit sollen in Bad Ischl fünf Dienstposten (zwei Pflegekräfte, ein Allgemein- und ein Turnusarzt, ein Verwaltungsmitarbeiter) finanziert werden. 

Fakten 

  • In der Chirurgie Bad Aussee gab es zuletzt 584 stationäre Patienten pro Jahr. 123 von ihnen kamen aus Oberösterreich, 45 aus anderen Bundesländern bzw. Staaten.
  • Die Steirer zahlen künftig einen Betrag pro Patient an das Klinikum Bad Ischl: in der Ortho-Trauma-Abteilung ab dem 52. Patienten, in der Allgemeinchirurgie ab dem 64. Patienten, in der internen Abteilung ab dem 27. Patienten.
  • Das Land Steiermark überweist der Spitalsgesellschaft Kages durch die Änderungen 4,1 Millionen Euro weniger im Jahr. Man rechnet damit, 3,78 Millionen Euro an Oberösterreich zu zahlen. In Summe ergibt das sogar ein Plus von gut 350.000 Euro.

Personalsorgen in Oberösterreich
Aber hat Bad Ischl ausreichend Kapazitäten für die Steirer? Im Salzkammergut gibt es große Sorgen, auch weil die peripheren Spitäler Oberösterreichs mehr Fälle aus Linz übernehmen sollen. In diese Diskussion wollen sich die Steirer nicht einmischen, man hält aber fest, dass 2024 die Chirurgie in Bad Ischl nicht einmal zu 75 Prozent ausgelastet war. Und: Alle planbaren Operationen sollen nach Möglichkeit weiterhin in der Steiermark durchgeführt werden.

Im LKH Bad Aussee stehen große Veränderungen bevor.
Im LKH Bad Aussee stehen große Veränderungen bevor.(Bild: Christian Jauschowetz)

Koren verriet am Dienstag, dass die Vertragsunterzeichnung ursprünglich erst für Juni vorgesehen war. Doch Kages-Vorstandschef Gerhard Stark habe Druck gemacht, so konnte es bereits jetzt die Einigung geben. Die Änderungen in Aussee treten unmittelbar Anfang April in Kraft. Die Chirurgie schließt, und aus der internen Abteilung wird eine Abteilung für Akutgeriatrie und Remobilisation, es ist dafür kein großer Umbau notwendig. Es werde sich auch die Patientenstruktur kaum ändern, heißt es, beträgt das Durchschnittsalter in der internen Abteilung in Aussee doch schon jetzt 79 Jahre.

Wie sich die Patientenströme entwickeln (auch in Fächern abseits der Chirurgie), soll engmaschig beobachtet werden. Im ersten halben Jahr sind monatliche Treffen zwischen der Steiermark und Oberösterreich vereinbart.

Vertrag mit Salzburg als nächstes Ziel
Einen weiteren Kooperationsvertrag streben die Steirer übrigens mit dem Klinikum Schwarzach in Salzburg an. Da in der Diakonissenklinik Schladming mit Jahresende die Geburtenstation schließt und ein Teil der Ortho-Trauma-Abteilung nach Rottenmann verlegt wird, soll der Salzburger Nachbar einen Teil der Versorgung übernehmen. „Wir sind kurz vor dem Fertigwerden, der Vertrag soll im Juni beschlossen werden“, sagt Koren. Details verrät er aber nicht.

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